Zusammenfassung
Vorab-Anfragen vor der Einreichung sind im akademischen Verlagswesen immer häufiger geworden, um Zeit zu sparen, Unsicherheiten zu verringern und frühzeitig zu bestätigen, ob ein Manuskript für eine bestimmte Zeitschrift geeignet ist. Wenn sie klug eingesetzt werden, können sie lange Verzögerungen verhindern, unnötige Formatierungen vermeiden, die Passgenauigkeit klären und Autoren helfen, zu entscheiden, worauf sie ihre Anstrengungen konzentrieren sollten. Viele Zeitschriften geben jedoch nur wenig Anleitung dazu, wie man eine Anfrage schreibt oder wann man sie senden sollte. Dieser Artikel erklärt den Zweck von Vorab-Anfragen, wann sie ratsam sind, was sie enthalten sollten und wie man sie effektiv verfasst. Er behandelt auch häufige Missverständnisse, Fallstricke, die vermieden werden sollten, und wie man strategisch über die Passung zur Zeitschrift nachdenkt, bevor man einreicht.
Sie finden auch ein detailliertes, vollständig erhaltenes Beispiel für ein Voranfrage-Schreiben – gefolgt von zwei weiteren Vorlagen in einklappbaren Akkordeons. Diese Vorlagen bieten gebrauchsfertige Strukturen für gängige Szenarien, die Autoren an ihre eigene Forschung anpassen können.
📖 Vollständiger Artikel (Zum Einklappen klicken)
Kostenloses Musteranschreiben und Ratschläge zum Verfassen einer Voranfrage
Einleitung
Das akademische und wissenschaftliche Publizieren wird jedes Jahr wettbewerbsintensiver. Hochrangige Zeitschriften erhalten jährlich Tausende von Einreichungen, Gutachter sind überlastet, und die Entscheidungszeiten der Redaktion können sich über viele Monate erstrecken. In diesem Kontext sind Voranfragen für Autoren, die den Publikationsprozess optimieren möchten, zu einem immer wertvolleren Instrument geworden. Diese Anfragen ermöglichen es Forschern, einen Herausgeber informell zu fragen, ob ihr Manuskript wahrscheinlich für die Zeitschrift geeignet ist, bevor sie den vollständigen Einreichungsprozess abschließen.
Für Autoren, die mehrere Projekte, Fristen und Förderanforderungen jonglieren, kann eine Voranfrage unnötigen Aufwand verhindern, indem Einreichungen vermieden werden, die kaum Chancen haben, in die Begutachtung zu gelangen. Gleichzeitig erfordert das Einreichen einer Anfrage sorgfältiges Nachdenken. Nicht alle Zeitschriften fördern sie, und nicht alle Manuskripte profitieren von diesem vorläufigen Schritt. In den folgenden Abschnitten erklärt dieser Artikel, wie Voranfragen funktionieren, wann man sie senden sollte, welche Informationen sie enthalten sollten und wie man sie so effektiv wie möglich gestaltet.
Warum Voranfragen immer häufiger werden
Es gibt mehrere Gründe, warum Voranfragen in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen haben. Erstens hat der Druck, schnell zu publizieren, zugenommen, insbesondere für Nachwuchsforscher, die mit Beförderungskriterien, Förderfristen oder Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert sind. Lange Verzögerungen, die durch die Einreichung eines Manuskripts bei einer ungeeigneten Zeitschrift entstehen, können schädlich sein. Eine Voranfrage ermöglicht es Autoren, sich gleichzeitig an mehrere Zeitschriften zu wenden – etwas, das bei formellen Einreichungen verboten ist.
Zweitens ermöglichen Anfragen den Autoren, zu vermeiden, ein Manuskript zu frühzeitig gemäß den oft komplexen Anforderungen einer Zeitschrift zu formatieren. Viele Zeitschriften haben detaillierte Regeln zu Struktur, Abbildungen, Referenzen und ergänzenden Materialien. Wenn ein Manuskript nach monatelangem Warten abgelehnt wird, muss der Autor den Formatierungsprozess für eine andere Zeitschrift erneut durchlaufen. Eine Voranfrage erfordert jedoch überhaupt keine Formatierung.
Drittens erhalten Voranfragen in der Regel schnelle Antworten. Viele Herausgeber antworten innerhalb von Tagen, was Monate des Wartens auf eine formelle Entscheidung ersparen kann. Selbst eine höfliche Absage kann außerordentlich hilfreich sein, da sie dem Autor ermöglicht, seine Bemühungen sofort umzulenken. Schließlich zwingt eine Voranfrage den Autor, bereits früh im Schreibprozess darzulegen, was seine Forschung bedeutend, originell und für die Zeitschrift relevant macht. Diese reflektierende Übung stärkt oft das Papier selbst.
Verstehen, was eine Vorab-Anfrage ist – und was nicht
Eine Vorab-Anfrage ist kein Abkürzung zur Annahme. Selbst wenn ein Herausgeber positiv antwortet und zur vollständigen Einreichung einlädt, gibt es keine Garantie, dass das Manuskript zur Begutachtung weitergeleitet oder letztlich veröffentlicht wird. Herausgeber treffen ihre endgültigen Entscheidungen erst nach Erhalt des vollständigen Papiers, Bewertung seiner Qualität und Einholung von Gutachterberichten.
Ebenso bedeutet eine Empfehlung eines Herausgebers, kein Manuskript einzureichen, nicht, dass das Papier unveröffentlichbar ist. Zeitschriften unterscheiden sich stark in Umfang, Ansatz, Stil und redaktionellen Präferenzen. Dasselbe Manuskript kann von einer Zeitschrift abgelehnt, von einer anderen jedoch angenommen werden. Eine Vorab-Anfrage ist lediglich ein Werkzeug zur Einschätzung der Passung – sie sollte nicht als Vorhersage einer späteren Annahme oder Ablehnung verstanden werden.
Autoren sollten immer die Website der Zeitschrift konsultieren, bevor sie eine Anfrage senden. Einige Zeitschriften verbieten Vorab-Anfragen ausdrücklich, sofern nicht angefordert; andere verlangen sie für bestimmte Artikeltypen (wie systematische Übersichten, Vorschläge für Sonderausgaben oder methodische Arbeiten). Wenn Anweisungen vorliegen, müssen diese genau befolgt werden.
Wann das Senden einer Vorab-Anfrage sinnvoll ist
In vielen Situationen ist eine formelle Einreichung die einfachere Wahl. Wenn Sie bereits wissen, dass Ihr Manuskript gut zum Umfang der Zeitschrift passt, das aktuelle Inhaltsspektrum dies bestätigt und Ihre Forschung weder dringend noch ungewöhnlich ist, ist eine Vorab-Anfrage möglicherweise nicht erforderlich.
Vorab-Anfragen sind jedoch besonders in den folgenden Szenarien nützlich:
- Ihre Forschung ist ungewöhnlich oder interdisziplinär und passt möglicherweise nicht genau in die angegebenen Kategorien einer Zeitschrift.
- Sie benötigen eine schnelle Veröffentlichung, weil Ihre Ergebnisse zeitkritisch sind.
- Ein Teil Ihres Manuskripts wurde anderswo präsentiert oder Sie haben sich überschneidende Veröffentlichungen, die geklärt werden müssen.
- Sie haben Schwierigkeiten, geeignete Zeitschriften zu identifizieren basierend auf veröffentlichten Arbeiten.
- Die Zeitschrift veröffentlicht nur begrenzte Inhalte in Ihrem spezifischen [field/subfield] und Sie möchten vor der Einreichung das Interesse bestätigen.
- Die Zeitschrift fordert ausdrücklich Vorab-Anfragen für bestimmte Artikeltypen.
In jedem Fall hilft eine Vorab-Anfrage, realistische Erwartungen zu setzen und kann langfristig erheblich Zeit sparen.
Wie man eine effektive Vorab-Anfrage verfasst
Vorab-Anfragen variieren stark, da die Erwartungen der Zeitschriften unterschiedlich sind. Einige Zeitschriften verlangen detaillierte Informationen, ausführliche Abstracts oder sogar vollständige Entwürfe; andere bevorzugen eine kurze E-Mail mit nur den wesentlichen Details. Wenn die Zeitschrift klare Anweisungen gibt, müssen diese als verbindlich betrachtet werden.
Wenn keine Anweisungen vorliegen, enthält eine ausgewogene Anfrage mehrere Schlüsselelemente:
1. Formelle Begrüßung und klarer Zweck
Sprechen Sie den Herausgeber möglichst namentlich professionell an. Geben Sie direkt an, dass Sie die Eignung Ihres Manuskripts für das Journal anfragen.
2. Eine prägnante Beschreibung Ihrer Forschung
Dies sollte Ihre Forschungsfrage, Ziele, Methodik und Schlüsselergebnisse umfassen, ausgedrückt in verständlicher Sprache ohne übermäßigen Fachjargon.
3. Erklärung von Neuheit und Bedeutung
Herausgeber möchten wissen, was an Ihrer Studie neu ist und warum sie wichtig ist. Betonen Sie innovative Methoden, seltene Datensätze, konzeptionelle Beiträge oder aktuelle Erkenntnisse.
4. Begründung für die Passung zum Journal
Führen Sie direkt aus, dass Ihre Forschung mit dem Umfang, den Zielen und der Leserschaft des Journals übereinstimmt. Falls hilfreich, erwähnen Sie Ähnlichkeiten mit kürzlich veröffentlichten Artikeln.
5. Relevante Vorgeschichte oder besondere Umstände
Wenn Ihr Manuskript bereits anderswo eingereicht wurde, erklären Sie kurz frühere Entscheidungen oder Überarbeitungen. Wenn Ihre Forschung dringend ist oder ungewöhnliche Formate oder ergänzendes Material enthält, erwähnen Sie dies deutlich.
6. Ein professioneller Abschluss
Danken Sie dem Herausgeber und bieten Sie an, auf Anfrage weitere Informationen, das vollständige Manuskript oder ergänzende Materialien bereitzustellen.
7. Abstract und unterstützende Dateien
Fügen Sie die Zusammenfassung unterhalb Ihrer E-Mail ein, sofern das Journal keine Anhänge verlangt. Einige Journale verlangen eine längere beschreibende Zusammenfassung oder spezifische unterstützende Dokumente.
Was in einer Pre-Submission-Anfrage enthalten sein sollte
Der Originaltext enthält bereits eine detaillierte Inhaltsliste. Diese Grundlagen bleiben wesentlich, daher wird der folgende Abschnitt konzeptionell beibehalten, aber zur Klarheit und Erweiterung umgeschrieben:
Wesentliches für die meisten Journale:
- Formelle Begrüßung und ausdrückliche Zweckangabe.
- Titel des Papers oder Arbeitstitel.
- Kurze Einführung in die Forschungsfrage und Motivation.
- Prägnante Zusammenfassung der verwendeten Methoden, Materialien oder Belege.
- Klare Darstellung der wichtigsten Ergebnisse und Beiträge.
- Erläuterung der Neuartigkeit und Relevanz für den Zeitschriftenumfang.
- Offenlegung etwaiger vorheriger Einreichungen oder verwandter Veröffentlichungen.
- Erwähnung zeitkritischer Themen oder besonderer Merkmale (z. B. große Datensätze, komplexe Bilder, dringende gesellschaftliche Relevanz).
- Höflicher Abschluss und Kontaktinformationen.
- Detaillierte Zusammenfassung unterhalb der Anfrage eingefügt.
Das Ziel ist es, genügend Details zu kommunizieren, damit der Herausgeber die Eignung beurteilen kann, ohne ihn mit unnötiger Komplexität zu überfordern.
Beispielbrief für eine Pre-Submission-Anfrage
Nachfolgend finden Sie drei einklappbare Vorlagen, die Sie für andere häufige Szenarien verwenden können.
📄 Template 1 – Pre-Submission Inquiry for a Review Article (Klicken zum Erweitern)
[Your Name] [Your Institution] [Email Address] [Date] Sehr geehrte/r Dr. [Editor’s Last Name], Ich schreibe, um anzufragen, ob mein Manuskript mit dem Titel „[Working Title of Review]“ für eine Einreichung bei [Journal Name] als Übersichtsartikel geeignet wäre. Ziel der Übersicht ist es, die jüngsten Entwicklungen in [field/subfield] zu synthetisieren, mit besonderem Schwerpunkt auf [specific focus]. In den letzten zehn Jahren hat sich die Literatur in diesem Bereich rasant erweitert, doch gibt es derzeit keine umfassende Übersicht, die Ergebnisse aus [types of studies, e.g., clinical trials, computational models, field research] integriert. Mein Manuskript zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem es eine strukturierte, kritische Analyse von etwa [number] wichtigen Publikationen aus [years covered] bietet. Die Neuartigkeit dieser Übersicht liegt in [brief description of new perspective, classification framework, conceptual synthesis]. Ich bin überzeugt, dass dies für Ihre Leser von großem Interesse sein wird, da [reason for journal fit, referencing journal aim/scope]. Dieses Manuskript wurde bisher weder veröffentlicht noch anderweitig eingereicht. Falls Sie es für geeignet halten, würde ich mich freuen, den vollständigen Entwurf zur Prüfung einzureichen. Vielen Dank für Ihre Zeit, und ich freue mich auf Ihre Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen, [Your Name] [Position/Title] [Institution]
📄 Template 2 – Pre-Submission Inquiry for Time-Sensitive Research (Klicken zum Erweitern)
[Your Name] [Your Institution] [Email Address] [Date] Sehr geehrte/r Dr. [Editor’s Last Name], Ich schreibe, um anzufragen, ob mein Manuskript „[Working Title]“ aufgrund der zeitkritischen Natur der Ergebnisse für eine Prioritäts- oder Schnellbewertung bei [Journal Name] in Betracht gezogen werden könnte. Die Studie untersucht [brief description of research topic], und unsere Ergebnisse zeigen [concise summary of key findings]. Diese Erkenntnisse sind unmittelbar relevant für [policy, public health, emerging technologies, clinical practice, etc.]. Aufgrund von [explain urgency—e.g., public health impact, fast-moving field, real-time data] ist eine schnelle Verbreitung unerlässlich. Unsere Methoden kombinieren [method A], [method B] und [method C], wodurch wir [type of evidence] analysieren können. Die Arbeit erweitert das aktuelle Wissen durch [describe novelty or breakthrough]. Wir glauben, dass dies stark mit dem Interesse der Zeitschrift übereinstimmt, zeitnahe Forschung in [mention relevant section or theme] zu veröffentlichen. Das Manuskript ist vollständig und wurde nicht anderweitig eingereicht. Ich stelle Ihnen gerne den vollständigen Aufsatz oder weitere Informationen zur Verfügung, die Sie benötigen. Vielen Dank, dass Sie diese Anfrage in Betracht ziehen. Ich freue mich auf Ihren Rat. Mit freundlichen Grüßen, [Your Name] [Position/Title] [Institution]
📄 Template 3 – Pre-Submission Inquiry (Full Historic Manuscript Case Study) (Click to expand)
Dr I. C. Script Centre for Medieval Studies University of the Northeast 188 Research Road York, North Yorkshire, UK, YO10 2SS 01904 664422 icscript1@northeast.ac.uk Dr I. M. Interested Managing Editor Medieval Manuscripts and Their Owners 169A West Central Avenue London, UK, EC9M 6BC managingeditor@MMTHjournal.co.uk [Date] Sehr geehrte/r Dr. Interested, Ich schreibe, um zu erfragen, ob mein Aufsatz mit dem Titel „Annotating Ownership: Marginalia in the London Manuscript of Abelard’s Love Letters“ für Medieval Manuscripts and Their Owners geeignet ist. Ich glaube, dass die Entdeckungen, die ich durch die Untersuchung der marginalen Anmerkungen des Londoner Manuskripts aus dem vierzehnten Jahrhundert (Imaginary MS 667788) gemacht habe, Ihre Leser interessieren werden, und ich hoffe, dass Sie das auch so sehen. Nach meiner Nachricht habe ich eine ausführliche Zusammenfassung des Inhalts meines Aufsatzes beigefügt, und darunter finden Sie eine Transkription und Übersetzung einer der längeren Anmerkungen. Ich habe auch ein Foto dieser Anmerkung beigefügt, wie sie auf Folio 8r im Manuskript erscheint, aber lassen Sie mich erklären, warum. Obwohl das Londoner Manuskript von Abelards Liebesbriefen aufgrund seines späten und unvollkommenen Textes weitgehend vernachlässigt wurde, ist es die faszinierendste der erhaltenen mittelalterlichen Kopien wegen des Reichtums seiner lateinischen Marginalien. Diese Anmerkungen wurden jedoch bis jetzt nicht untersucht. Meine jüngsten Forschungen haben ergeben, dass sie das Werk eines engagierten Lesers sind, der das Manuskript besaß (oder zumindest wiederholt las) und in den Jahren zwischen 1349, dem frühesten im Manuskript genannten Datum, und 1362, als der Kommentator andeutet, dass das Buch an einen neuen Leser weitergegeben wird, kommentierte. Der Inhalt der Anmerkungen ist faszinierend wegen seiner emotionalen Reaktionen auf die Liebesbriefe, seiner Erwähnung aktueller Ereignisse und seiner Verwendung der Personennamen von Personen, die mit dem Kommentator verbunden sind. In dem Bild, das ich gesendet habe, bespricht der Kommentator zum Beispiel seine „geliebte Frau Kit“ und ihren „toft“ in der „Hauptstraße“. Solche Anmerkungen sind in den erhaltenen Manuskripten von Abelards Liebesbriefen unvergleichlich, und genau diese Art von originärem Forschungsmaterial möchte Medieval Manuscripts and Their Owners veröffentlichen, aber es gibt einen Haken. Leider werden vom Kommentator weder Nachnamen noch spezifische Orte genannt, die in den Marginalien erwähnten Ereignisse fanden an verschiedenen Orten in ganz England statt, und die Herkunft des Manuskripts bleibt ein Rätsel. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Gegenden für den Kommentator wichtiger sind als andere, und ich bespreche diese in meinem Aufsatz, aber ich konnte bisher nicht genau identifizieren, wer der Kommentator war. Ich erkenne an, dass Medieval Manuscripts and Their Owners es bevorzugt, Aufsätze zu veröffentlichen, die bestimmte Manuskriptbesitzer identifizieren und benennen, aber diese Situation ist ziemlich kompliziert. Sehen Sie, ich konnte mit Sicherheit feststellen, dass der Kommentator nicht nur ein Leser, sondern der Besitzer des Manuskripts war; dies konnte ich jedoch nur anhand der Anmerkungen im London Miscellany (Imaginary MS 223344) tun, das ausführlich in „Some Fourteenth-Century Miscellanies and Their Owners“ besprochen wird, veröffentlicht von Professor U. Tooquick in der Oktober-Ausgabe 2016 von Medieval Manuscripts and Their Owners. Die lateinischen Gedichte in diesem London Miscellany wurden ebenfalls im vierzehnten Jahrhundert stark kommentiert, und ich habe nun festgestellt, dass der Kommentator dieses Manuskripts auch der Kommentator von Abelards Liebesbriefen im London Manuscript ist. Ich untersuche die paläographischen Beweise dafür in meinem Aufsatz, aber ein kurzer Blick auf die Anmerkung im beigefügten Foto neben der Miscellany-Anmerkung in Abbildung 3 (Folio 78v) auf S.244 des Artikels von Professor Tooquick wird die Ähnlichkeiten hervorheben. Der Inhalt beider Anmerkungen stützt ebenfalls diese Schlussfolgerung. In beiden Fällen bezieht sich der Kommentator auf seine „geliebte Frau Kit“ und der „toft“ auf Folio 8r der Love Letters erscheint erneut auf Folio 83r des Miscellany. Außerdem ist eine Liste von fünf Büchern, die der Kommentator für sich und seine Familie habe anfertigen lassen, in eine Ecke des letzten Folios des Miscellany gesteckt, und die „alten Liebesbriefe“ erscheinen dort zusammen mit dem Miscellany selbst, einem Psalter, einem Stundenbuch und dem, was der Kommentator „ein kleines Buch englischer Romane“ nennt. Es könnte also scheinen, dass die Frage, wer das London Manuskript der Liebesbriefe besaß, gelöst ist, da Professor Tooquick überzeugend für Earl William von Highcastle Heights als Besitzer und Kommentator der Miszelle plädierte. Allerdings haben Professor Tooquick und ich inzwischen mehrere Gespräche geführt und sind mit den neuen Beweisen einig, dass Earl William nicht der Kommentator und Besitzer dieser Manuskripte gewesen sein kann. Die Lateinkenntnisse des Kommentators und die Anzahl der Bücher, die er zu besitzen behauptet, überzeugten Professor Tooquick davon, dass Earl William, der sowohl ein Haus in London als auch sein Familienanwesen besaß, eine Frau namens Catherine hatte und für das Lesen von Romanen bekannt war, der wahrscheinliche Besitzer war. Das Argument gegen diese Schlussfolgerung sowie Vorschläge und Vermutungen darüber, wer der Besitzer/Kommentator beider Manuskripte gewesen sein könnte, werden ebenfalls in meinem Papier dargestellt, das Professor Tooquick gelesen hat. Er war es tatsächlich, der mir vorschlug, Sie zu kontaktieren, um Ihr mögliches Interesse an meiner Forschung für Ihre Zeitschrift zu erfragen. Professor Tooquick und ich haben nun beschlossen, bei diesem Problem zusammenzuarbeiten, sodass wir beide Manuskripte eingehender untersuchen und versuchen werden, ihren Entstehungsort anhand von Schrift, Illustration (so wenig es davon gibt) und Einband zu bestimmen. Idealerweise könnten wir auch die anderen drei vom Kommentator erwähnten Manuskripte entdecken, insbesondere jenes „kleine Buch englischer Romane“, in der Hoffnung, dass deren Inhalt weitere Belege für diesen faszinierenden Buchbesitzer des vierzehnten Jahrhunderts und seine Kommentiertätigkeiten liefert. Obwohl daher in den nächsten Jahren möglicherweise spezifischere Informationen zu seiner Identität vorliegen werden, bleibt derzeit unklar, wer genau der Besitzer des London Manuskripts von Abelards Liebesbriefen war, doch ich hoffe, dass diese Unsicherheit Sie nicht davon abhält, mein Papier für die Veröffentlichung in Medieval Manuscripts and Their Owners in Betracht zu ziehen. Vielen Dank für Ihre Zeit und Aufmerksamkeit. Ich freue mich darauf, Ihre Meinung zu hören, und sende Ihnen gerne das Papier selbst oder weitere Informationen, die hilfreich sein könnten. Mit freundlichen Grüßen, Ian Script Ian Script Associate Professor Centre for Medieval Studies University of the Northeast