Zusammenfassung
Moderne Forschung lebt in einem dichten Wald aus Artikeln, Büchern, Datensätzen, Aufnahmen und multimedialen Inhalten. Um diesen wachsenden Bestand an Arbeiten durchsuchbar, zitierbar und nachvollziehbar zu halten, verlässt sich das Publikationsökosystem auf eine Reihe spezialisierter Identifikatoren. Diese Codes – wie ISBNs für Bücher, ISSNs für Zeitschriften und DOIs für digitale Objekte – spielen eine entscheidende Rolle bei der Katalogisierung, Entdeckung, dem Urheberrechtsmanagement und der akademischen Referenzierung. Ohne sie würde das Verlinken auf die korrekte Ausgabe eines Buches, die genaue Version eines Artikels oder eine spezifische Aufnahme eines Musikwerks schnell chaotisch werden.
Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Publikationsidentifikatoren, denen Forschende begegnen: ISBN, ISSN, DOI, SICI, BICI, PII, ISTC, ETTN, SBN, ASIN, ISMN, ISRC, ISWC, und ISAN. Für jeden einzelnen wird erläutert, wofür der Code steht, wie er aufgebaut ist und wo man ihn in der Praxis wahrscheinlich antrifft. Außerdem werden die Beziehungen zwischen den Identifikatoren klargestellt – zum Beispiel, wie ein ISBN für ein Buch und ein DOI für ein Kapitel koexistieren können – und gezeigt, wie diese Codes die Genauigkeit von Zitaten, Bibliothekssysteme und Online-Entdeckungstools unterstützen.
In der zweiten Hälfte bietet der Artikel praktische Anleitungen für Autoren, Herausgeber und Studierende: wo man die korrekten Identifikatoren für die zitierten Werke findet, wie man häufige Fehler vermeidet (wie die Verwechslung von ISSN und ISBN) und wie Identifikatoren Referenzmanager, Verlage und Suchmaschinen dabei unterstützen, akademische Inhalte korrekt zu verarbeiten. Das Verständnis dieser Codes ist nicht nur eine technische Neugier; es ist Teil der professionellen wissenschaftlichen Praxis. Die klare und genaue Verwendung von Identifikatoren stellt sicher, dass Ihre Leser immer genau die Werke finden können, die Sie verwendet haben – und dass Ihre eigenen Veröffentlichungen wiederum zuverlässig gefunden, katalogisiert und zitiert werden können.
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Erklärung von DOIs, ISBNs, ISSNs und anderen Publikationsidentifikatoren
1. Warum Publikationsidentifikatoren wichtig sind
Das Volumen an akademischen und fachlichen Informationen, das heute produziert wird, ist enorm. Jedes Jahr veröffentlichen Verlage und Institutionen unzählige Bücher, Zeitschriftenartikel, Konferenzberichte, technische Berichte, Datensätze, Aufnahmen, Filme und digitale Ressourcen. Für Forscher, Bibliothekare und Studierende besteht die Hauptaufgabe nicht mehr darin, Informationen zu finden, sondern den gesuchten Titel unter Millionen ähnlicher Titel zu finden und korrekt zu identifizieren.
Hier kommen Publikationsidentifikatoren ins Spiel. Diese Codes – Zahlenfolgen und manchmal Buchstaben – wurden geschaffen, um sehr praktische Probleme zu lösen:
- Wie unterscheiden wir eine Ausgabe eines Buches von einer anderen?
- Wie kann ein Bibliothekskatalog, eine Datenbank oder ein Buchladen immer auf die korrekte Zeitschrift oder den korrekten Artikel verweisen?
- Wie kann ein Zitationslink zuverlässig auf die richtige Webseite verweisen, selbst wenn sich die Website des Verlags ändert?
- Wie können Tantiemen und Rechte über mehrere Formate, Ausgaben und Gebiete hinweg nachverfolgt werden?
Identifikatoren wie die ISBN (International Standard Book Number), ISSN (International Standard Serial Number) und DOI (Digital Object Identifier) sind Teil der Infrastruktur der wissenschaftlichen Kommunikation geworden. Andere Codes, wie ISMN für gedruckte Musik oder ISRC für Tonaufnahmen, sorgen dafür, dass Werke in verschiedenen Medien ebenso präzise verfolgt und referenziert werden können wie Lehrbücher oder Zeitschriftenartikel.
Dieser Artikel untersucht die gebräuchlichsten Identifikatoren, denen Sie als Forscher oder Autor wahrscheinlich begegnen. Er erklärt, wofür jeder einzelne dient, wie er aufgebaut ist und wie man ihn korrekt in der eigenen Arbeit verwendet.
2. ISBN – Internationale Standard-Buchnummer
Die ISBN ist wahrscheinlich der bekannteste Publikationsidentifikator. Sie wird weltweit verwendet, um Bücher und buchähnliche Veröffentlichungen wie Monographien, Buchreihen und manchmal Konferenzberichte zu identifizieren.
2.1 Was eine ISBN identifiziert
Eine ISBN identifiziert kein „Werk“ im abstrakten Sinne; sie identifiziert ein bestimmtes Format und eine bestimmte Ausgabe. Das bedeutet:
- Eine Hardcover-Ausgabe und eine Taschenbuchausgabe desselben Titels haben unterschiedliche ISBNs;
- Wenn ein Buch als EPUB, MOBI (Kindle) und PDF verfügbar ist, kann jedem digitalen Format eine andere ISBN zugewiesen werden;
- Eine überarbeitete Ausgabe mit aktualisiertem Inhalt erhält eine neue ISBN, auch wenn der Titel der früheren Ausgabe ähnlich sieht;
- Ein einfacher Nachdruck derselben Ausgabe verwendet in der Regel die bestehende ISBN erneut.
Mehrbändige Werke veranschaulichen dieses Prinzip gut: Jeder Band kann seine eigene ISBN haben, und das Gesamtwerk kann zusätzlich eine ISBN erhalten, die das komplette Paket repräsentiert.
2.2 Aufbau der ISBN
Seit 2007 bestehen ISBNs aus 13 Ziffern, die üblicherweise mit Bindestrichen dargestellt werden. Ältere Veröffentlichungen können noch das frühere 10-stellige Format zeigen, das weiterhin gültig ist und auf den neueren Stil abgebildet werden kann.
Eine 13-stellige ISBN besteht typischerweise aus fünf Teilen:
- Präfix – entweder „978“ oder „979“.
- Registrierungsgruppe – identifiziert ein Land oder eine Sprachgruppe (z. B. englischsprachige, deutschsprachige Regionen usw.).
- Registrant – identifiziert den Verlag oder das Imprint.
- Publikationselement – identifiziert den spezifischen Titel oder die Ausgabe.
- Prüfziffer – wird verwendet, um Übertragungsfehler zu erkennen.
Diese Elemente sind oft durch Bindestriche getrennt (z. B. ISBN 978-1-2345-6789-7). Die Längen der einzelnen Segmente variieren, weshalb es nicht immer einfach ist, zu erraten, wo die Bindestriche eingefügt werden sollen. Die Prüfziffer wird mit einer definierten Formel berechnet und kann im älteren 10-stelligen System ein „X“ sein, das den Wert 10 darstellt.
2.3 Wo man die ISBN findet
Bei gedruckten Büchern erscheint die ISBN normalerweise:
- auf der Rückseite, oft über dem Barcode;
- auf der Copyright- oder Veröffentlichungsdetailseite nahe dem Anfang des Buches;
- in Online-Katalogen und Produktbeschreibungen.
Bei E-Books finden Sie die ISBN typischerweise auf der Copyright-Seite innerhalb der Datei und in den Metadaten, die vom Verlag oder E-Book-Händler bereitgestellt werden. Hörbücher, die auf physischen Medien (z. B. CD, DVD) geliefert werden, können ebenfalls ISBNs tragen, obwohl dies nicht universell ist.
3. ISSN – Internationale Standard-Seriennummer
Während ISBNs für Bücher und Monographien verwendet werden, identifiziert die ISSN Serienpublikationen – fortlaufende Ressourcen, die in aufeinanderfolgenden Teilen herausgegeben werden, wie z. B.:
- wissenschaftliche Zeitschriften und Magazine;
- Zeitungen;
- Jahresberichte und Jahrbücher;
- Reihen von Tagungsberichten;
- laufende Online-Publikationen und einige Blogs.
3.1 Print-ISSN, elektronische ISSN und ISSN-L
Eine ISSN besteht aus acht Ziffern, die typischerweise als zwei Gruppen zu je vier durch einen Bindestrich getrennt dargestellt werden (z. B. ISSN 1234-567X, wobei das letzte „X“ wieder den Wert 10 darstellen kann). Im Gegensatz zur ISBN kodiert die ISSN keine Informationen über Land oder Verlag; sie ist einfach eine Seriennummer, die mit einem bestimmten Titel verbunden ist.
Das ISSN-System unterscheidet wichtig zwischen:
- p-ISSN (Print-ISSN) – zugewiesen der gedruckten Version einer Serie;
- e-ISSN (elektronische ISSN) – zugewiesen der Online- oder elektronischen Version.
Um verschiedene Medienversionen derselben Serie zu verbinden, verwendet das System auch eine ISSN-L (linking ISSN). Dies ist eine einzelne ISSN, die als „Master“-Identifikator für alle Formate einer bestimmten Serie fungiert. Üblicherweise wird die erste einer Serie zugewiesene ISSN zur ISSN-L.
3.2 Wo die ISSN erscheint
Bei gedruckten Serien wird die ISSN oft auf dem Umschlag (häufig in der oberen Ecke) und auf der Seite mit den Publikationsinformationen gedruckt. Bei elektronischen Zeitschriften finden Sie sie normalerweise:
- auf der Homepage der Zeitschrift oder der „Über“-Seite;
- in Datenbankeinträgen und Bibliothekskatalogen;
- in PDF-Artikelkopf- oder Fußzeilen.
Wenn eine Zeitschrift ihren Titel wesentlich ändert, muss sie eine neue ISSN erhalten, da die ISSN an den Titel gebunden ist, nicht an den Verlag oder das Fachgebiet.
Beachten Sie, dass ein Zeitschriftenband oder eine Sonderausgabe manchmal sowohl eine ISSN (für die Serie) als auch eine ISBN (wenn sie auch als eigenständiges Buch vermarktet wird) tragen kann. Beide Identifikatoren sind gültig und dienen unterschiedlichen Katalogisierungszwecken.
4. DOI – Digital Object Identifier
Der DOI ist zum Standard geworden, um digitale Forschungsobjekte zu identifizieren. Im Gegensatz zu ISBNs und ISSNs, die an die physische oder serielle Natur einer Publikation gebunden sind, sind DOIs inhaltsbasierte, persistente Identifikatoren für praktisch jede Art von digitalem Objekt.
4.1 Was ein DOI identifiziert
Häufige Beispiele für Objekte, die eine DOI tragen können, sind:
- Zeitschriftenartikel und deren Bestandteile (Tabellen, Abbildungen, ergänzendes Material);
- Buchkapitel und manchmal ganze Bücher;
- Datensätze, Code-Repositorien und Softwareversionen;
- Konferenzbeiträge und Präsentationen;
- Berichte, Preprints und Arbeitspapiere;
- Audio-, Video- und Bilddateien, die als Forschungsergebnisse verwendet werden.
Eine einzelne Veröffentlichung kann mehrere DOIs auf verschiedenen Ebenen enthalten: einen für die Zeitschrift oder das Buch, einen weiteren für eine Ausgabe oder ein Band und zusätzliche DOIs für einzelne Artikel oder Kapitel.
4.2 Persistenz und Auflösung
Drei Merkmale machen DOIs besonders nützlich:
- Einzigartigkeit – jeder DOI wird einem einzelnen Objekt zugewiesen.
- Persistenz – der DOI verweist immer auf dieses Objekt, selbst wenn das Objekt an eine neue Webadresse verschoben wird.
- Auflösbarkeit – ein DOI kann über einen Resolver-Dienst (meistens https://doi.org/) „aufgelöst“ werden, der Nutzer zur aktuellen Position des Objekts oder zumindest zu dessen Metadaten führt.
Zum Beispiel kann der DOI 10.1017/S0362152900011995 durch Voranstellen in eine dauerhafte URL umgewandelt werden: https://doi.org/10.1017/S0362152900011995. Wenn der Verlag den Artikel auf eine andere Seite verschiebt, aktualisiert er die DOI-Metadaten, anstatt den DOI selbst zu ändern, sodass der Link weiterhin funktioniert.
4.3 DOI-Struktur
Formal hat jeder DOI die Struktur:
Präfix/Suffix
Das Präfix beginnt mit „10.“ (was den DOI-Namespace kennzeichnet), gefolgt von einem Registrantencode, der die Organisation (z. B. Verlag oder Datenzentrum) identifiziert, die den DOI registriert hat. Das Suffix wird vom Registranten gewählt und kann Buchstaben, Zahlen, Teile von ISSNs oder ISBNs sowie interne Codes enthalten. Zum Beispiel:
10.1017/S0362152900011995
- 10.1017 – Präfix und Registrant (hier, verbunden mit einem bestimmten Verlag);
- S0362152900011995 – Suffix, das den spezifischen Artikel repräsentiert.
Wenn Sie eine Quelle zitieren, macht die Aufnahme der DOI (formatiert als URL) in Ihrer Literaturliste es für Leser und Literaturverwaltungsprogramme viel einfacher, den genauen Artikel zu finden.
5. Artikel- und Komponentenebene-Identifikatoren: SICI, BICI und PII
5.1 SICI – Serial Item and Contribution Identifier
Bevor DOIs weit verbreitet waren, wurde der Serial Item and Contribution Identifier (SICI) entwickelt, um einzelne Teile von Zeitschriften – wie bestimmte Ausgaben, Artikel oder sogar Abstracts – durch Erweiterung der ISSN zu identifizieren. Ein SICI-Code ist relativ lang und komplex und enthält Segmente für:
- die ISSN der Zeitschrift und das Veröffentlichungsdatum;
- Band- und Heftnummern;
- die Startseite oder der Ort des Beitrags;
- ein Code, der vom Artikeltitel abgeleitet ist;
- Steuerzeichen, die den Typ und das Format des Artikels beschreiben, plus ein Prüfzifferzeichen.
Ein SICI wurde früher möglicherweise als Teil eines DOI-Suffixes oder in Uniform Resource Names (URNs) verwendet. Da die SICI-Syntax jedoch Zeichen wie Doppelpunkte enthält, die technische Probleme verursachen können, empfehlen Registrierungsstellen wie Crossref SICIs nicht mehr als DOI-Suffixe. In der Praxis haben DOIs SICI-Codes für die Identifikation auf Artikelebene weitgehend ersetzt, aber Sie können sie noch in älteren Systemen oder Altdatensätzen sehen.
5.2 BICI – Book Item and Component Identifier
Der Book Item and Component Identifier (BICI) ist konzeptionell ähnlich wie SICI, aber für Buchkomponenten statt für Zeitschriften konzipiert. Theoretisch erweitert ein BICI die ISBN eines Buches, um ein bestimmtes Kapitel, eine Sektion oder eine andere Komponente zu identifizieren. Er folgt einer dreiteiligen Struktur (Artikel, Komponententyp, Kontrollsegment), die an SICI angelehnt ist.
Obwohl der Standard vorgeschlagen wurde, um die Zitierung und Nachverfolgung von Buchkapiteln zu verbessern, wurde BICI nicht so weit verbreitet angenommen wie ISBN-plus-DOI-Kombinationen. Heute vergeben Verlage häufiger unabhängige DOIs für Kapitel und verlassen sich auf die ISBN für das Buch als Ganzes.
5.3 PII – Publisher Item Identifier
Der Publisher Item Identifier (PII) ist ein weiterer historischer Identifikator, der in einigen wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern zu finden ist. Ein PII ist ein 17-stelliger Code, der die ISSN (für Zeitschriften) oder ISBN (für Bücher) einbettet, plus zusätzliche Zeichen zur Angabe des Publikationstyps, Jahres, einer Artikelnummer und einer Prüfziffer. Zum Beispiel:
- das erste Zeichen zeigt an, ob die Quelle eine Zeitschrift („S“) oder ein Buch („B“) ist;
- die nächsten 8 oder 10 Ziffern sind die ISSN oder ISBN;
- zwei Ziffern können das Jahr angeben (für Zeitschriften);
- vier Ziffern identifizieren den Artikel innerhalb dieser Zeitschrift oder dieses Buchs;
- das letzte Zeichen ist eine Prüfziffer.
Im modernen Verlagswesen übernehmen DOIs in der Regel die Rolle, für die PIIs entwickelt wurden, aber Sie können PIIs noch in älteren Artikeln oder als interne Verlagsreferenzen antreffen.
6. Kennungen für Textwerke und elektronische Texte: ISTC und ETTN
6.1 ISTC – International Standard Text Code
Der International Standard Text Code (ISTC) zielt darauf ab, ein textbasiertes Werk selbst zu identifizieren, nicht eine bestimmte Ausgabe oder ein Format. Während eine ISBN sich auf eine spezifische veröffentlichte Version bezieht (z. B. Hardcover 2. Auflage), ist ein ISTC mit dem zugrundeliegenden Inhalt als Werk verbunden: der Erzählung oder dem Text, der unter verschiedenen Titeln, Übersetzungen oder Formaten erscheinen kann.
Ein ISTC ist ein 16-stelliger hexadezimaler Code (unter Verwendung der Ziffern 0–9 und der Buchstaben A–F), der üblicherweise dargestellt wird als:
ISTC 0A9-2002-12B4A105-7
Seine Struktur umfasst typischerweise:
- ein Registrierungselement (vom Amt vergeben);
- das Registrierungsjahr;
- ein Werkidentifikationssegment;
- eine Prüfziffer.
ISTCs sind besonders nützlich für das Rechtemanagement, Aggregationen und die Katalogisierung, wenn viele Ausgaben, Übersetzungen und Formate denselben zugrundeliegenden Text teilen.
6.2 ETTN – Electronic Textbook Track Number
Die Electronic Textbook Track Number (ETTN) ist eine eindeutige Kennung, die entwickelt wurde, um rein elektronische Texte – wie E-Books, elektronische Tagungsbände oder digitale Zeitschriften – auf Dateiebene zu verfolgen. Eine ETTN ist ein 13-stelliger numerischer Code, der besteht aus:
- drei Ziffern zur Angabe des Themas oder Schwerpunkts des Textes;
- zwei Ziffern für das Jahr, in dem die ETTN vergeben wurde;
- fünf Ziffern als eindeutiger Textidentifikator;
- zwei Ziffern für den Monat der Vergabe;
- eine abschließende Prüfziffer.
ETTNs sind weniger bekannt als ISBNs oder DOIs, zeigen jedoch die fortlaufenden Bemühungen, digitale Publikationen präzise zu verwalten, insbesondere im Bildungsbereich.
7. Historische und kommerzielle Kennungen: SBN und ASIN
7.1 SBN – Standard Book Numbering
Bevor das ISBN-System international standardisiert wurde, verwendeten einige Verlage die Standard Book Number (SBN), eine 9-stellige Kennung. Als ISBNs eingeführt wurden, konnte eine SBN einfach durch Hinzufügen einer führenden Null in eine 10-stellige ISBN umgewandelt werden. Die Prüfziffer blieb unverändert, sodass für die Umwandlung keine Neuberechnung erforderlich war.
Heutzutage trifft man SBNs noch in älteren Katalogen oder sehr alten Ausgaben an. Das Hinzufügen einer führenden Null ermöglicht ihre Verwendung in Systemen, die eine 10-stellige ISBN erwarten.
7.2 ASIN – Amazon Standard Identification Number
Die ASIN ist eine proprietäre Kennung, die von Amazon zur Verwaltung von Produkten auf seinen Plattformen verwendet wird. Sie besteht aus zehn Zeichen (Buchstaben und Zahlen), zum Beispiel B01DUV1T00. Jedes über Amazon verkaufte Produkt hat eine ASIN; bei Büchern ist die Beziehung zwischen ASIN und ISBN besonders bemerkenswert:
- Für gedruckte Bücher mit einer 10-stelligen ISBN ist die ASIN normalerweise identisch mit dieser ISBN;
- Für Kindle-Ausgaben und andere Produkte, die keine ISBN tragen, vergibt Amazon eine eindeutige ASIN.
ASINs sind hauptsächlich für Marketing, Verkauf und die Amazon-Suche relevant; sie werden im Allgemeinen nicht in wissenschaftlichen Zitaten verwendet, wo ISBNs und DOIs weiterhin die bevorzugten Kennungen sind.
8. Kennungen für Musik- und audiovisuellen Inhalt: ISMN, ISRC, ISWC, ISAN
8.1 ISMN – International Standard Music Number
Die ISMN identifiziert gedruckte oder notierte Musik (Partituren, Stimmen und ähnliches Material), egal ob in gedruckter oder digitaler Form veröffentlicht. Ihre Logik ähnelt der ISBN: Jede separate Ausgabe oder jeder Teil eines Musikwerks erhält eine eigene ISMN.
Ursprünglich waren ISMNs 10-stellige Codes, die mit „M“ begannen, gefolgt von Ziffern für Verlag, Artikel und Prüfziffer. Seit 2008 haben ISMNs eine 13-stellige Struktur, beginnend mit dem Präfix „979-0“, gefolgt von Verlags- und Artikelblöcken sowie einer abschließenden Prüfziffer:
ISMN 979-0-XXXX-XXXX-X
Eine einzelne Veröffentlichung, wie ein Musikbuch, das sowohl textliche Kommentare als auch vollständige Partituren enthält, kann sowohl eine ISBN als auch eine ISMN tragen, wodurch es gleichzeitig in Buch- und Musikverlagsystemen verwendet werden kann.
8.2 ISRC – International Standard Recording Code
Der International Standard Recording Code (ISRC) identifiziert eindeutig eine bestimmte Tonaufnahme, nicht das zugrundeliegende Musikwerk. Verschiedene Aufführungen, Mixe und Versionen desselben Songs haben unterschiedliche ISRCs.
Ein ISRC besteht aus 12 Zeichen und wird typischerweise wie folgt dargestellt:
ISRC CC-XXX-YY-NNNNN
- CC – Ländercode;
- XXX – Registrantencode (in der Regel das Label oder der Produzent);
- YY – die letzten zwei Ziffern des Jahres, in dem der ISRC vergeben wurde;
- NNNNN – eine eindeutige fortlaufende Nummer für die Aufnahme innerhalb dieses Jahres.
ISRCs bleiben plattform- und veröffentlichungsübergreifend konstant, was sie für die Verfolgung von Tantiemen, das Urheberrechtsmanagement und die digitale Verbreitung unverzichtbar macht.
8.3 ISWC – International Standard Musical Work Code
Während der ISRC eine bestimmte Aufnahme identifiziert, identifiziert der International Standard Musical Work Code (ISWC) ein spezifisches Musikwerk – zum Beispiel eine Komposition eines Songwriters – unabhängig davon, wie viele Aufnahmen oder Veröffentlichungen existieren.
Ein ISWC erscheint typischerweise als:
T-123.456.789-0
- ein Präfixzeichen (meist „T“ für Musikwerke);
- neun Ziffern, gruppiert durch Punkte zur besseren Lesbarkeit;
- eine Prüfziffer.
Im Gegensatz zu einigen Identifikatoren kodiert der ISWC keine Informationen über den Komponisten oder Verlag; es ist einfach eine einzigartige Werknummer, die fortlaufend vergeben wird. Er unterstützt das Rechtemanagement und hilft Verwertungsgesellschaften, Aufführungen und Nutzungen der zugrundeliegenden Komposition zu verfolgen.
8.4 ISAN – International Standard Audiovisual Number
Die International Standard Audiovisual Number (ISAN) gilt für audiovisuelle Werke wie Filme, Fernsehprogramme, Videospiele, Werbespots und einige Live-Übertragungen. Ein ISAN wird dem Werk als Ganzes zugewiesen, nicht nur einer bestimmten Ausgabe oder Version.
Sobald ein ISAN für ein Werk registriert ist, kann es für mehrere Formate und Veröffentlichungen verwendet werden:
- die ursprüngliche Kinofassung eines Films;
- internationale Versionen und Sprachfassungen;
- Director’s Cuts und erweiterte Editionen;
- DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen;
- Streaming-Versionen und Werbeclips.
ISAN-Codes sind ziemlich lang und werden üblicherweise mit dem Präfix „ISAN“ und durch Bindestriche zur besseren Lesbarkeit gruppiert dargestellt. Sie sind unerlässlich im Rechtemanagement, in Planungssystemen und mehrsprachigen Vertriebsketten.
9. Praktische Tipps für Forscher und Autoren
9.1 Wo man Identifikatoren findet
Beim Erstellen einer Bibliographie, eines Literaturverzeichnisses oder von Metadaten für die eigene Arbeit können Sie Identifikatoren typischerweise hier finden:
- ISBN: Rückseite, Impressum, Website des Verlags, Bibliothekskatalog oder Buchhändlerliste.
- ISSN: Zeitschriftentitelblatt, „Über“-Seite auf der Zeitschriftenwebsite, Artikel-PDF-Kopfzeile oder Datenbankeintrag.
- DOI: erste Seite des Artikels, Artikel-Landingpage auf der Website des Verlags oder in den Metadaten der Datenbank.
- ISMN, ISRC, ISWC, ISAN: werden oft in Spezialdatenbanken, Katalogen oder Rechtemanagementsystemen erfasst, nicht jedoch in alltäglichen Zitierformaten.
9.2 Verwendung von Identifikatoren in Zitaten
Die meisten wichtigen Zitierstile empfehlen inzwischen, DOIs und ISBNs dort einzubeziehen, wo sie verfügbar sind. Gute Praxis umfasst:
- DOIs als URLs formatieren (z. B. https://doi.org/...);
- die Angabe der ISBN für Bücher und Sammelbände, insbesondere in Literaturverzeichnissen und Buchrezensionen;
- die Verwendung der ISSN hauptsächlich in der Katalogisierung oder bei Zeitschriftenbeschreibungen statt in einzelnen Artikelzitaten.
9.3 Vermeidung häufiger Fehler
Forschende stoßen häufig auf Probleme wie:
- die Verwechslung von ISBN und ISSN oder die Verwendung des einen, wo das andere erforderlich ist;
- das Kopieren eines unvollständigen oder falsch eingegebenen DOI und sich wundern, warum der Link nicht funktioniert;
- das Weglassen des DOI, obwohl der Verlag einen bereitstellt, was das Auffinden der Quellen erschwert;
- die Verwendung einer ASIN anstelle einer ISBN in einer wissenschaftlichen Referenz.
Ein kurzer Moment, um Identifikatoren in verlässlichen Datenbanken oder direkt auf der Website des Verlags zu überprüfen, verhindert diese Probleme und erhöht die Zuverlässigkeit Ihrer Quellenangaben.
10. Fazit
Publikationsidentifikatoren werden leicht übersehen, sind aber grundlegend für die Funktionsweise der wissenschaftlichen Kommunikation. Codes wie ISBN, ISSN und DOI ermöglichen es Bibliotheken, Datenbanken, Suchmaschinen und Lesern, zwischen Hunderttausenden nahezu identischer Titel zu unterscheiden, Beziehungen zwischen Formaten und Ausgaben nachzuverfolgen und stabile Links zu digitalen Inhalten über die Zeit zu erhalten.
Für Forschende gehört ein grundlegendes Verständnis dieser Identifikatoren zur professionellen Praxis. Zu wissen, welcher Code für welchen Ressourcentyp gilt – und wo man sie korrekt findet und verwendet – hilft Ihnen, genaue Zitate zu erstellen, Ihre eigenen Publikationen effektiver zu verwalten und sicherzustellen, dass Ihre Arbeit von anderen zuverlässig gefunden und zitiert werden kann. Da das Volumen und die Vielfalt wissenschaftlicher Veröffentlichungen weiter zunehmen, bleiben diese kleinen Zahlen- und Buchstabenfolgen der Schlüssel, um den globalen Forschungsbestand organisiert und zugänglich zu halten.