Zusammenfassung
Effektives Korrekturlesen ist wesentlich einfacher, wenn ein wissenschaftlicher Artikel in getrennten Phasen überprüft wird, anstatt zu versuchen, alles auf einmal zu korrigieren. Akademische und wissenschaftliche Arbeiten enthalten komplexe Argumente, Fachterminologie, Quellenangaben, Abbildungen, Tabellen und detaillierte Formatierungsanforderungen, sodass ein einziger hastiger Durchgang selten jedes Problem erfasst.
Dieser Leitfaden stellt eine praktische Drei-Schritte-Methode zum Korrekturlesen und Lektorieren vor: Prüfen Sie zunächst den Inhalt auf Richtigkeit, Logik und Vollständigkeit; überprüfen Sie anschließend die Sprache hinsichtlich Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Terminologie und Klarheit; und untersuchen Sie schließlich die Formatierung, um sicherzustellen, dass Überschriften, Zitate, Literaturangaben, Tabellen, Abbildungen und andere Elemente den Anforderungen der Zeitschrift entsprechen.
Eine abschließende Überprüfung nach diesen drei Phasen wird ebenfalls dringend empfohlen. Indem sie verschiedene redaktionelle Aufgaben voneinander trennen und sich jeweils auf eine Problemgruppe konzentrieren, können Forschende systematischer arbeiten, weniger Fehler übersehen und ein saubereres, klareres und veröffentlichungsreiferes Manuskript erstellen.
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Drei Schritte zum effektiven Korrekturlesen und Lektorieren wissenschaftlicher Artikel
Korrekturlesen und Lektorat sind wesentliche Schritte bei der Vorbereitung jedes akademischen oder wissenschaftlichen Artikels zur Veröffentlichung. Selbst hervorragende Forschung kann durch unklare Erklärungen, Grammatikfehler, uneinheitliche Terminologie, ungenaue Quellenangaben oder eine Formatierung, die den Anforderungen einer Zeitschrift nicht entspricht, geschwächt werden. Herausgeber und Gutachter bemerken solche Probleme unweigerlich, und ein Manuskript, das nachlässig wirkt, kann Zweifel daran wecken, mit welcher Sorgfalt die Forschung selbst durchgeführt wurde.
Dennoch gehört das Korrekturlesen zu den anspruchsvollsten Phasen des wissenschaftlichen Schreibens. Bis zur abschließenden Überarbeitung sind Autorinnen und Autoren in der Regel äußerst vertraut mit ihrer eigenen Arbeit. Nachdem sie dieselben Absätze während des Verfassens, der Umstrukturierung und der Überarbeitung wiederholt gelesen haben, beginnt der Verstand vorwegzunehmen, was der Text aussagen soll, anstatt sorgfältig wahrzunehmen, was tatsächlich auf der Seite steht. Diese Vertrautheit macht es überraschend leicht, fehlende Wörter, doppelte Formulierungen, falsche Zahlen und holprige Sätze zu übersehen.
Das Problem wird noch größer, wenn Autorinnen und Autoren versuchen, alles gleichzeitig zu überprüfen. Ein einzelner Absatz kann gleichzeitig Aufmerksamkeit hinsichtlich sachlicher Genauigkeit, argumentativer Logik, Grammatik, Zeichensetzung, Terminologie, Zitaten und Formatierung erfordern. Der Versuch, all diese Elemente während eines einzigen Korrekturdurchgangs zu überwachen, stellt hohe Anforderungen an die Konzentration.
Ein effektiverer Ansatz besteht darin, das Korrekturlesen in drei separate Phasen zu unterteilen: Inhalt, Sprache und Formatierung. Jede Phase hat einen eigenen Zweck und ermöglicht es Ihnen, sich auf eine kleinere Anzahl von Problemen zu konzentrieren. Das Ergebnis ist ein systematischerer und zuverlässigerer redaktioneller Prozess.
1. Erste Lektüre: Den Inhalt überprüfen
Ihr erster Korrekturdurchgang sollte sich darauf konzentrieren, was Ihr Artikel tatsächlich aussagt. Widerstehen Sie in diesem Stadium der Versuchung, sich von jedem Komma oder kleineren stilistischen Problem ablenken zu lassen. Ihr Hauptziel besteht darin festzustellen, ob Forschung, Belege und Argumentation korrekt und schlüssig dargestellt sind.
Beginnen Sie mit der Frage, ob die Arbeit den in Titel, Abstract und Einleitung genannten Zweck erfüllt. Die Forschungsfrage sollte im gesamten Manuskript erkennbar bleiben, und die Schlussfolgerung sollte die Frage beantworten oder das zu Beginn angekündigte Ziel aufgreifen.
Prüfen Sie, ob jeder zentrale Abschnitt zu diesem Zweck beiträgt. Eine Einleitung, in der die Untersuchung von drei Variablen angekündigt wird, sollte nicht stillschweigend eine davon aufgeben. Ein Methodenteil sollte alle Verfahren beschreiben, die erforderlich sind, um zu verstehen, wie die Ergebnisse erzielt wurden. Der Ergebnisteil sollte die Befunde darstellen, die zur Unterstützung der Diskussion erforderlich sind, und die Diskussion sollte diese Befunde interpretieren, statt sie lediglich zu wiederholen.
Die Genauigkeit von Forschungsangaben überprüfen
Akademisches Korrekturlesen beschränkt sich nicht auf den Fließtext. Der numerischen und sachlichen Genauigkeit sollte besondere Aufmerksamkeit gelten. Überprüfen Sie Stichprobengrößen, Daten, Prozentsätze, statistische Werte, Namen, Einheiten und andere spezifische Angaben anhand Ihrer ursprünglichen Notizen, Datensätze oder Quellen, sofern dies angebracht ist.
Die interne Konsistenz ist besonders wichtig. Wenn im Abstract 186 Teilnehmende genannt werden, im Methodenteil jedoch 184, muss die Abweichung geklärt werden. Wenn eine Tabelle angibt, dass eine Intervention sechs Wochen dauerte, während im Haupttext von acht Wochen die Rede ist, werden die Leser sofort hinterfragen, welcher Wert korrekt ist.
Achten Sie auch auf Abbildungen und Tabellen. Stellen Sie sicher, dass jede im Text erwähnte Tabelle und Abbildung tatsächlich vorhanden ist, die Nummerierung fortlaufend ist und der Inhalt mit der dazugehörigen Diskussion übereinstimmt.
Die Logik der Argumentation überprüfen
Sobald die sachlichen Angaben überprüft wurden, sollten Sie die Argumentation lesen. Jeder Absatz sollte einen erkennbaren Beitrag zur übergeordneten Argumentation leisten. Achten Sie auf unbelegte logische Sprünge, Schlussfolgerungen, die über die Beweislage hinausgehen, und Abschnitte, die Ideen ohne ausreichende Erklärung einführen.
Eine hilfreiche Technik besteht darin, jeden Absatz am Rand oder in einem separaten Dokument mit wenigen Worten zusammenzufassen. Wenn zwei Absätze scheinbar genau dieselbe Funktion erfüllen, ist einer möglicherweise redundant. Wenn Sie einen Absatz nicht leicht zusammenfassen können, versucht er möglicherweise, zu viel zu leisten, und könnte von einer Umstrukturierung profitieren.
Auch Übergänge verdienen Aufmerksamkeit. Die Leserinnen und Leser sollten verstehen, warum das Manuskript von einem Punkt zum nächsten übergeht. Formulierungen wie jedoch, daher, im Gegensatz dazu und ähnlich sind hilfreich, wenn sie die Beziehung zwischen den Gedanken zutreffend beschreiben; der logische Fluss sollte jedoch auch aus dem Inhalt selbst hervorgehen.
Zitate auf Vollständigkeit prüfen
Fragen Sie sich während der inhaltlichen Prüfung, ob Aussagen, die eine Begründung erfordern, ordnungsgemäß belegt sind. Aussagen über frühere Forschung, etablierte Theorien, historische Fakten oder Daten aus anderen Studien sollten normalerweise mit geeigneten Quellenangaben versehen werden.
Dies ist noch nicht der Zeitpunkt, die Zeichensetzung jedes einzelnen Literaturverzeichniseintrags zu perfektionieren. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, ob die erforderliche Quelle vorhanden ist und ob das Zitat die vorgebrachte Aussage tatsächlich stützt.
Prüfen Sie außerdem, ob Zitate korrekt sind und ob paraphrasierte Gedanken von der Bedeutung der ursprünglichen Quelle abweichen.
2. Zweite Lektüre: Sprache prüfen
Sobald Sie überzeugt sind, dass der Inhalt korrekt und logisch geordnet ist, beginnen Sie mit einer zweiten Lektüre, die der Sprache gewidmet ist. Da Sie die wesentlichen inhaltlichen Überarbeitungen bereits vorgenommen haben, können Sie sich nun intensiver auf einzelne Sätze und Wörter konzentrieren, ohne sich ständig zu fragen, ob ganze Abschnitte später noch umgeschrieben werden.
In dieser Phase sollten Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Satzbau, Terminologie, Abkürzungen und die allgemeine Lesbarkeit geprüft werden.
Grammatik und Satzstruktur prüfen
Jeder Satz sollte grammatikalisch vollständig und leicht verständlich sein. Achten Sie sorgfältig auf Folgendes:
• Kongruenz von Subjekt und Verb,
• uneinheitliche Zeitformen,
• unklare Pronomenbezüge,
• falsch platzierte Satzglieder,
• unvollständige Sätze,
• Bandwurmsätze,
• umständliche Passivkonstruktionen,
• fehlende oder doppelte Wörter.
Lange Sätze verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die Länge allein ist in wissenschaftlichen Texten kein Problem, aber ein Satz mit mehreren Nebensätzen, parenthetischen Einschüben und Fachbegriffen kann schwer verständlich werden. Teilen Sie einen überladenen Satz, falls nötig, in zwei oder mehr kürzere Einheiten auf.
Vermeiden Sie zugleich, jeden Satz in eine kurze Aussage zu verwandeln. Eine wirkungsvolle wissenschaftliche Prosa profitiert von Variation. Das Ziel ist Klarheit, nicht Einheitlichkeit.
Rechtschreibung und englische Sprachvariante standardisieren
Ihr Manuskript sollte dem britischen oder amerikanischen Englisch folgen, sofern die Zeitschrift keine andere Konvention vorgibt. Suchen Sie nach häufigen Variantenpaaren wie:
• analyse/analyze,
• behaviour/behavior,
• centre/center,
• organisation/organization,
• travelling/traveling.
Textverarbeitungsprogramme können dabei helfen, Inkonsistenzen zu erkennen, doch eine automatische Prüfung reicht nicht aus. Eigennamen, Fachterminologie und kontextabhängige Formen werden möglicherweise nicht zuverlässig verarbeitet.
Zeichensetzung systematisch überprüfen
Die Zeichensetzung sollte den Lesenden helfen, die Struktur Ihrer Sätze zu verstehen. Untersuchen Sie während der sprachlichen Durchsicht Kommas, Semikolons, Doppelpunkte, Apostrophe, Klammern, Anführungszeichen, Bindestriche und Gedankenstriche.
Achten Sie besonders auf uneinheitliche Vorgehensweisen. Wenn Sie das Oxford-Komma verwenden, tun Sie dies konsequent. Wenn parenthetische Einschübe mit Leerzeichen gesetzte Gedankenstriche verwenden, wechseln Sie nicht plötzlich an anderer Stelle zu Gedankenstrichen ohne Leerzeichen. Wenn Zitate den britischen Zeichensetzungskonventionen folgen, behalten Sie diese Konventionen im gesamten Text bei.
Eine gezielte Überprüfung der Zeichensetzung bringt häufig Fehler ans Licht, die in den Hintergrund treten, wenn Sie sich auf die Bedeutung konzentrieren.
Fachterminologie und Abkürzungen prüfen
Wissenschaftliche Artikel enthalten häufig Fachbegriffe, die unbedingt einheitlich bleiben müssen. Wenn ein Konzept in einem Abschnitt Verhaltensabsicht genannt wird, benennen Sie es an anderer Stelle nicht beiläufig in Verhaltensintention oder Intention des Verhaltens um, es sei denn, diese Ausdrücke beziehen sich tatsächlich auf unterschiedliche Konzepte.
Auch bei Abkürzungen ist entsprechende Sorgfalt erforderlich. Jede nicht standardmäßige Abkürzung sollte normalerweise bei ihrem ersten Auftreten definiert und anschließend konsequent verwendet werden. Achten Sie auf Fälle, in denen eine Abkürzung zweimal definiert wird, vor ihrer Definition erscheint oder im Verlauf des Beitrags ihre Form ändert.
Tabellen, Abbildungen und Bildunterschriften sollten ebenfalls dieselben Abkürzungen und dieselbe Terminologie wie der Haupttext verwenden, sofern die Konventionen der Zeitschrift nichts anderes vorschreiben.
Schwierige Passagen laut lesen
Lautes Lesen ist eine der einfachsten Möglichkeiten, unbeholfene Formulierungen zu erkennen. Sätze, die auf dem Bildschirm akzeptabel wirken, können beim Sprechen schwerfällig klingen. Fehlende Artikel, wiederholte Wörter, ungeschickte Übergänge oder übermäßig lange Konstruktionen fallen Ihnen möglicherweise sofort auf.
Achten Sie besonders auf die Zusammenfassung, die einleitenden Absätze und das Fazit, da diese besonders sichtbaren Abschnitte den Eindruck der Lesenden vom Beitrag stark beeinflussen.
3. Dritte Durchsicht: Formatierung prüfen
Der dritte Korrekturdurchgang sollte sich auf die Darstellung konzentrieren. Ein Manuskript kann grammatikalisch hervorragend und wissenschaftlich fundiert sein, aber dennoch unprofessionell wirken, wenn die Formatierung uneinheitlich ist oder die Vorgaben der Zeitschrift nicht befolgt.
Halten Sie vor Beginn dieser Phase die Autorenrichtlinien der Zeitschrift bereit. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Gedächtnis, insbesondere wenn Sie regelmäßig bei verschiedenen Zeitschriften mit unterschiedlichen Anforderungen einreichen.
Überschriften und Dokumentstruktur prüfen
Prüfen Sie jede Überschrift und Unterüberschrift auf:
• die korrekte Gliederungsebene,
• Nummerierung, falls erforderlich,
• einheitliche Großschreibung,
• einheitliche Schrift und Hervorhebungen,
• angemessene Abstände.
Überschriften sollten außerdem einer von der Zeitschrift vorgeschriebenen spezifischen Struktur entsprechen. Eine Zeitschrift kann Abschnitte wie Einleitung, Methoden, Ergebnisse und Diskussion verlangen oder fachspezifische Variationen vorgeben.
Literaturangaben und Zitate sorgfältig prüfen
Die Formatierung des Literaturverzeichnisses ist eine der wichtigsten Aufgaben im dritten Durchgang. Prüfen Sie den von der Zeitschrift vorgeschriebenen Stil und untersuchen Sie:
• Formatierung der Autorennamen,
• Erscheinungsjahre,
• Großschreibung von Artikel- und Buchtiteln,
• Darstellung des Zeitschriftentitels,
• Kursivschrift,
• Band- und Heftnummern,
• Seitenbereiche,
• DOI- und URL-Formate,
• Zeichensetzung.
Überprüfen Sie anschließend die Zitate und Literaturangaben. Jedes Zitat im Text sollte einen entsprechenden Eintrag im Literaturverzeichnis haben, und normalerweise sollte jeder Eintrag im Literaturverzeichnis im Manuskript zitiert werden, sofern die Zeitschrift nichts anderes zulässt.
Bei Autor-Jahr-Systemen müssen Namen und Jahreszahlen genau übereinstimmen. Bei nummerierten Systemen ist sicherzustellen, dass die Nummerierung auch nach Überarbeitungen korrekt bleibt.
Tabellen und Abbildungen prüfen
Tabellen und Abbildungen sollten sowohl visuell als auch textlich geprüft werden. Vergewissern Sie sich, dass:
• die Nummerierung fortlaufend ist,
• Titel und Bildunterschriften dem Zeitschriftenstil entsprechen,
• Beschriftungen gut lesbar sind,
• Einheiten einheitlich verwendet werden,
• Abkürzungen definiert sind,
• Anmerkungen und Symbole erklärt sind,
• Verweise im Text auf das richtige visuelle Element zeigen.
Achten Sie auf schlecht umbrochenen Text in Tabellen, getrennte Wörter, überfüllte Spalten oder uneinheitliche Dezimalstellen. Diese Details sind besonders wichtig, da Tabellen und Abbildungen häufig unabhängig vom Haupttext geprüft werden.
Seitengestaltung prüfen
Je nach Zeitschrift müssen Sie möglicherweise außerdem Folgendes überprüfen:
• Seitenränder,
• Zeilenabstand,
• Schriftgröße,
• Seitennummerierung,
• Absatzeinzüge,
• Zeilennummerierung,
• Angaben auf der Titelseite,
• Kolumnentitel,
• Benennung der Zusatzdateien.
Viele dieser Anforderungen mögen mechanisch erscheinen, doch ihre Nichtbeachtung kann die redaktionelle Bearbeitung verzögern oder dazu führen, dass ein Manuskript vor dem Peer-Review zurückgesandt wird.
Warum die Drei-Durchgänge-Methode funktioniert
Die Stärke dieser Methode liegt in der Verringerung der kognitiven Überlastung. Anstatt gleichzeitig Bedeutung, Grammatik und Formatierung beurteilen zu müssen, hat jeder Durchgang einen primären Zweck.
Die Trennung wird nie absolut sein. Beim Prüfen des Inhalts fällt Ihnen möglicherweise ein Rechtschreibfehler auf. Bei der Grammatikprüfung entdecken Sie vielleicht, dass ein Tabellenwert falsch ist. Bei der Formatierungsprüfung stoßen Sie möglicherweise auf einen unklaren Satz. Korrigieren Sie solche Probleme, wenn Sie sie bemerken, behalten Sie jedoch das Hauptziel jedes Durchgangs im Blick.
Bis zum Ende der dritten Phase haben Sie Ihr Manuskript dreimal aus unterschiedlichen Perspektiven geprüft. Diese Wiederholung ist wertvoll, weil jede Lektüre andere Arten von Problemen sichtbar macht.
Fügen Sie eine vierte abschließende Prüfung hinzu
Nach Abschluss der drei Hauptphasen ist eine letzte Lektüre dringend zu empfehlen. Dieser vierte Durchgang sollte nicht zu einer weiteren umfassenden Überarbeitung werden. Er dient der Qualitätskontrolle.
Prüfen Sie, ob alle vorgesehenen Änderungen korrekt eingearbeitet wurden, ob versehentlich Änderungen nachverfolgen oder Kommentare ungelöst geblieben sind und ob die Bearbeitung selbst keine neuen Fehler eingeführt hat.
Dies ist auch der ideale Zeitpunkt, das endgültige Dokument in dem Format zu öffnen, in dem Sie es einreichen möchten, und es wie eine Redakteurin oder ein Redakteur zu prüfen. Sehen Sie sich die Titelseite, die Zusammenfassung, die Überschriften, Abbildungen, Literaturangaben und die letzte Seite an. Vergewissern Sie sich, dass das Manuskript vollständig und professionell präsentiert wirkt.
Schaffen Sie vor der abschließenden Korrektur Abstand
Wenn es die Fristen erlauben, lassen Sie zwischen dem Verfassen und dem Korrekturlesen etwas Zeit verstreichen. Schon einige Stunden können helfen. Ein oder zwei Tage sind noch besser. Abstand sorgt dafür, dass vertraute Formulierungen weniger vorhersehbar wirken, und ermöglicht es Ihnen, eher wie eine externe Gutachterin oder ein externer Gutachter zu lesen.
Auch ein Wechsel des Mediums kann helfen. Drucken Sie das Dokument aus, ändern Sie während des Korrekturlesens die Bildschirmzoomstufe oder verwenden Sie vorübergehend eine andere Schriftart. Diese kleinen visuellen Veränderungen können unbemerkte Fehler leichter erkennbar machen.
Erkennen Sie, wann ein zweites Paar Augen erforderlich ist
Selbstkorrektur ist unerlässlich, doch Autorinnen und Autoren sind zwangsläufig zu sehr mit ihrer eigenen Arbeit vertraut, um jedes Problem zu erkennen. Eine Kollegin, ein Kollege, eine betreuende Person oder ein professioneller akademischer Korrektor kann Unklarheiten und Inkonsistenzen identifizieren, die der Autorin oder dem Autor verborgen bleiben.
Externes Korrekturlesen ist besonders hilfreich, wenn:
• Englisch nicht Ihre Muttersprache ist,
• Gutachterinnen und Gutachter die Sprachqualität kritisiert haben,
• der Artikel umfassend überarbeitet wurde,
• mehrere Koautorinnen und Koautoren Abschnitte beigesteuert haben,
• die Formatierung der Zeitschrift komplex ist,
• die Einreichung besonders wichtig ist.
Eine unvoreingenommene lesende Person weiß nicht, was Sie schreiben wollten. Sie sieht nur, was tatsächlich auf der Seite steht, und genau das macht ihre Perspektive besonders wertvoll.
Fazit: Korrekturlesen in mehreren Ebenen statt alles auf einmal
Effektives Korrekturlesen ist kein einziges hastiges Lesen unmittelbar vor der Einreichung. Wissenschaftliche Artikel enthalten zu viele miteinander verknüpfte Elemente, als dass dieser Ansatz zuverlässig wäre. Wenn Sie die Arbeit in drei Phasen unterteilen – Inhalt, Sprache und Formatierung –, können Sie sich systematisch auf jede Kategorie konzentrieren und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass wichtige Fehler unbemerkt bleiben.
Stellen Sie zunächst sicher, dass die Forschung und die Argumentation korrekt, vollständig und schlüssig sind. Überarbeiten Sie anschließend die Sprache, damit Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Terminologie und Satzbau Ihre Ideen klar vermitteln. Prüfen Sie schließlich die Darstellung anhand der Anforderungen der Zielzeitschrift und achten Sie dabei besonders auf Zitate, Literaturverzeichnis, Tabellen und Abbildungen.
Führen Sie abschließend eine letzte Überprüfung durch, um sicherzustellen, dass alle Korrekturen ordnungsgemäß umgesetzt wurden und der Überarbeitungsprozess selbst keine neuen Probleme verursacht hat. Dieser mehrstufige Ansatz kann mehr als einen Lesedurchgang erfordern, doch der Zeitaufwand lohnt sich. Ein sorgfältig korrekturgelesenes Manuskript vermittelt Professionalität, erleichtert die Arbeit der Gutachterinnen und Gutachter und verleiht guter Forschung die anspruchsvolle Präsentation, die sie verdient.
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