Zusammenfassung
Abkürzungen können akademische und wissenschaftliche Texte prägnanter machen, doch ein übermäßiger oder uneinheitlicher Gebrauch kann ein Manuskript schwer lesbar machen. Viele Zeitschriften bitten Autorinnen und Autoren daher, Abkürzungen auf standardisierte wissenschaftliche Einheiten und eine begrenzte Anzahl häufig wiederholter Fachbegriffe zu beschränken. Prüfen Sie stets die Vorgaben der Zielzeitschrift, bevor Sie entscheiden, welche Abkürzungen Sie verwenden.
Nicht standardisierte Abkürzungen sollten bei ihrer ersten Nennung normalerweise ausgeschrieben und anschließend in Klammern abgekürzt angegeben werden. Sie müssen möglicherweise im Abstract, im Haupttext, in Tabellen und in Abbildungen jeweils gesondert definiert werden, da diese Teile eines Artikels unabhängig voneinander gelesen werden können. Für standardisierte Einheiten und allgemein anerkannte Abkürzungen ist häufig keine Definition erforderlich; Schreibweise, Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung und Pluralformen müssen jedoch einheitlich bleiben.
Am wirksamsten ist es, Abkürzungen nur dann zu verwenden, wenn sie die Lesbarkeit tatsächlich verbessern. Vermeiden Sie Abkürzungen für Begriffe, die nur wenige Male vorkommen, beginnen Sie Sätze nicht mit unpassenden abgekürzten Formen, verwenden Sie lateinische Abkürzungen mit Bedacht und führen Sie eine manuskriptspezifische Abkürzungsliste oder einen Styleguide. Ein klarer und disziplinierter Umgang mit Abkürzungen hilft den Lesenden, sich auf die Forschung zu konzentrieren, anstatt wiederholt Fachbegriffe entschlüsseln zu müssen.
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Hilfreiche Tipps zur Verwendung von Abkürzungen in akademischen und wissenschaftlichen Texten
Abkürzungen verschiedenster Art sind fester Bestandteil des akademischen und wissenschaftlichen Schreibens. Forschende kürzen regelmäßig die Namen von Organisationen, Forschungsmethoden, Krankheiten, statistischen Verfahren, chemischen Verbindungen, Maßeinheiten und technischen Konzepten ab. Richtig eingesetzt sparen Abkürzungen Platz, verringern unnötige Wiederholungen und machen ein Manuskript leichter lesbar. Werden sie jedoch unzureichend verwendet, können sie genau den gegenteiligen Effekt haben und die Lesenden dazu zwingen, wiederholt innezuhalten, um sich daran zu erinnern, wofür eine Buchstabenfolge steht.
Aus diesem Grund bitten viele wissenschaftliche Fachzeitschriften Autorinnen und Autoren, Abkürzungen auf ein Mindestmaß zu beschränken. Einige Zeitschriften beschränken sie in erster Linie auf anerkannte Maßeinheiten und eine kleine Anzahl etablierter Fachbegriffe. Andere gestatten einen umfangreicheren Gebrauch von Abkürzungen, stellen jedoch detaillierte Regeln dafür auf, wie abgekürzte Formen eingeführt, definiert, großgeschrieben und verwendet werden müssen. Die genaue Befolgung dieser Vorgaben ist nicht nur für die formale Einhaltung wichtig, sondern auch für eine klare wissenschaftliche Kommunikation.
Das zentrale Prinzip ist einfach: Verwenden Sie eine Abkürzung nur, wenn sie den Text tatsächlich klarer oder effizienter macht. Eine Abkürzung, die zwanzigmal vorkommt, kann nützlich sein. Eine Abkürzung für eine Formulierung, die nur zweimal vorkommt, verursacht für die Lesenden in der Regel mehr Aufwand, als sie den Schreibenden erspart.
1. Die Richtlinien der Zeitschrift vor der Verwendung von Abkürzungen prüfen
Lesen Sie die Autorenrichtlinien der Zielzeitschrift, bevor Sie entscheiden, welche Abkürzungen Sie in einem Manuskript beibehalten. Die Richtlinien können sich selbst innerhalb derselben Fachdisziplin erheblich unterscheiden. Eine Zeitschrift akzeptiert möglicherweise gängige Abkürzungen ohne Definition, während eine andere verlangt, fast jede Abkürzung bei ihrer ersten Verwendung auszuschreiben.
Achten Sie insbesondere auf Hinweise zu folgenden Punkten:
- welche Standardabkürzungen ohne Definition verwendet werden dürfen;
- ob Abkürzungen im Titel zulässig sind;
- ob Abkürzungen im Abstract separat definiert werden müssen;
- wie Maßeinheiten dargestellt werden sollten;
- ob ein Abkürzungsverzeichnis erforderlich ist;
- wie Abkürzungen in Tabellen, Abbildungen und Legenden erscheinen sollten;
- welche Abkürzungen vollständig vermieden werden sollten.
Insbesondere medizinische und wissenschaftliche Fachzeitschriften führen häufig Listen akzeptierter Standardformen. Dazu können SI-Einheiten, statistische Begriffe oder international anerkannte Bezeichnungen gehören. Wenn die Zeitschrift eine solche Liste bereitstellt, verwenden Sie deren bevorzugte Formen, anstatt eigene zu erfinden.
2. Nicht standardisierte Abkürzungen bei der ersten Verwendung definieren
Als allgemeine Regel gilt: Eine nicht standardisierte Abkürzung oder ein nicht standardisiertes Akronym sollte bei seinem ersten Auftreten vollständig ausgeschrieben werden, gefolgt unmittelbar von der abgekürzten Form in Klammern. Zum Beispiel:
die American Psychological Association (APA)
Nach dieser Definition kann APA normalerweise im restlichen Abschnitt oder Dokument verwendet werden, ohne den vollständigen Namen wiederholt auszuschreiben.
Dasselbe Muster gilt für spezialisierte wissenschaftliche und methodische Fachbegriffe:
Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Body-Mass-Index (BMI)
Strukturgleichungsmodellierung (SEM)
Der vollständige Begriff sollte exakt mit der Abkürzung übereinstimmen. Vermeiden Sie es, eine Abkürzung mit einer Formulierung zu definieren und sie später für einen geringfügig abweichenden Ausdruck zu verwenden. Wenn RCT beispielsweise als randomisierte kontrollierte Studie definiert wird, sollte es später nicht so verwendet werden, als bedeute es randomisierte klinische Prüfung.
3. Abkürzungen im Abstract und im Haupttext getrennt definieren
Ein häufiger Fehler besteht darin, anzunehmen, dass die Definition einer Abkürzung im Abstract für den gesamten Artikel ausreicht. In vielen Fachzeitschriften wird das Abstract als eigenständige Einheit behandelt, da es separat in Datenbanken indexiert und möglicherweise ohne den vollständigen Artikel gelesen wird. Aus diesem Grund müssen Abkürzungen in der Regel an beiden Stellen unabhängig voneinander definiert werden.
Beispielsweise könnte ein Abstract Folgendes enthalten:
Die Magnetresonanztomografie (MRT) wurde zur Beurteilung struktureller Veränderungen eingesetzt.
Wenn die Abkürzung im Hauptartikel erneut erstmals erscheint, sollte sie normalerweise erneut definiert werden:
Aufnahmen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) wurden zu Studienbeginn und nach sechs Monaten angefertigt.
Dasselbe Prinzip kann für Tabellen, Abbildungen und ergänzende Dateien gelten. Diese Elemente sollten idealerweise verständlich sein, wenn sie unabhängig vom umgebenden Text betrachtet werden. Wenn eine Tabelle mehrere Abkürzungen enthält, definieren Sie diese in einer Tabellenanmerkung, auch wenn sie bereits im Haupttext erklärt wurden.
4. Begriffe, die nur gelegentlich vorkommen, nicht abkürzen
Autoren bilden manchmal Abkürzungen, einfach weil ein Begriff lang ist. Die Länge allein rechtfertigt jedoch keine Abkürzung. Wenn eine Formulierung in einem Artikel nur zwei- oder dreimal vorkommt, ist es meist klarer, sie auszuschreiben.
Betrachten Sie eine Formulierung wie gemeindebasiertes partizipatives Umweltüberwachungsprogramm. Es mag verlockend sein, CBPEMP einzuführen, aber wenn die Formulierung nur dreimal vorkommt, müssen sich die Leser sechs Buchstaben merken, obwohl der Text dadurch nur geringfügig kürzer wird. In solchen Fällen führt es in der Regel zu einem besseren Schreibstil, die vollständige Formulierung zu wiederholen oder eine natürliche Kurzform wie das Überwachungsprogramm zu verwenden.
Als praktische Faustregel sollten Sie sich drei Fragen stellen:
- Wird dieser Begriff häufig vorkommen?
- Ist die Abkürzung der vorgesehenen Leserschaft bereits vertraut?
- Macht die Abkürzung den Satz leichter statt schwerer verständlich?
Wenn die Antwort auf diese Fragen Nein lautet, schreiben Sie den Begriff vollständig aus.
5. Standardwissenschaftliche Einheiten korrekt verwenden
Standardmaßeinheiten gehören zu den nützlichsten und unproblematischsten Abkürzungen im akademischen Schreiben. Symbole wie kg, m, cm, mm, mL, h und s sind allgemein anerkannt und müssen normalerweise nicht definiert werden.
Diese Symbole sollten dennoch korrekt verwendet werden. Insbesondere gilt:
- Fügen Sie den SI-Einheitensymbolen kein Plural-s hinzu: Schreiben Sie 10 kg, nicht 10 kgs;
- Verwenden Sie, wo erforderlich, ein Leerzeichen zwischen der Zahl und der Einheit: 25 mL, nicht 25mL;
- Behalten Sie die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben bei, da sie die Bedeutung verändern kann;
- Verwenden Sie bei der Darstellung vergleichbarer Messwerte durchgehend dieselbe Einheit.
Die Groß- und Kleinschreibung ist besonders wichtig. Ein Groß- und ein Kleinbuchstabe können völlig unterschiedliche Größen darstellen. Zum Beispiel: m steht normalerweise für Meter, während M kann je nach Fachgebiet eine andere wissenschaftliche Bedeutung haben. Einheitensymbole sind technische Notation und keine gewöhnlichen Abkürzungen; daher sollten sie exakt wiedergegeben werden.
6. Verwenden Sie Abkürzungen im gesamten Manuskript einheitlich
Sobald Sie eine Abkürzung eingeführt haben, verwenden Sie durchgehend dieselbe Form. Wechseln Sie nicht zwischen World Health Organization, WHO, W.H.O. und the World Health Organisation, sofern es keinen bestimmten stilistischen Grund dafür gibt.
Dazu gehört:
- Groß- und Kleinschreibung;
- Zeichensetzung;
- Bindestrichschreibung;
- Pluralbildung;
- Possessivformen;
- Leerzeichen;
- kursiver oder gerader Schriftschnitt, wo relevant.
In einer umfangreichen Abschlussarbeit, Dissertation oder Publikation mit mehreren Autoren kann eine Übersicht über die Abkürzungen äußerst hilfreich sein. Halten Sie jede nicht standardisierte Abkürzung zusammen mit ihrer ausgeschriebenen Form und allen wichtigen Formatierungsentscheidungen fest. So verhindern Sie, dass verschiedene Kapitel oder Mitautoren konkurrierende Formen verwenden.
7. Achten Sie besonders auf Plural- und Possessivformen
Die meisten Akronyme und Initialismen bilden ihren Plural einfach durch Anhängen eines Kleinbuchstabens s ohne Apostroph:
NGO → NGOs
MRI → MRIs
API → APIs
Ein Apostroph wird für Besitzverhältnisse und nicht für den gewöhnlichen Plural verwendet:
the NGO's policy — Richtlinie einer NGO
the NGOs' policies — Richtlinien mehrerer NGOs
Seien Sie besonders vorsichtig bei Sätzen, in denen ein abgekürzter Plural als Subjekt dient. Das Verb muss mit der grammatischen Zahl übereinstimmen:
Die NGOs wurden in die Analyse einbezogen.
Wenn eine Abkürzung dagegen adjektivisch verwendet wird, trägt das folgende Substantiv normalerweise die Pluralmarkierung:
drei MRI-Scans
fünf DNA-Proben
8. Verwenden Sie Artikel entsprechend der Aussprache
Abkürzungen können auch die Wahl zwischen a und an beeinflussen. Der richtige Artikel hängt vom Laut ab, mit dem die Abkürzung beim Sprechen beginnt, und nicht einfach vom ersten geschriebenen Buchstaben.
Zum Beispiel:
- an MRI scan, weil M „em“ ausgesprochen wird;
- an NGO representative, weil N „en“ ausgesprochen wird;
- a PCR test, weil P mit dem Konsonantenlaut „p“ beginnt;
- a NASA mission, weil NASA wie ein Wort ausgesprochen wird, das mit einem n-Laut beginnt.
Das laute Lesen einer schwierigen Formulierung ist oft der einfachste Weg, um festzustellen, welcher Artikel natürlich und grammatikalisch korrekt klingt.
9. Vermeiden Sie zu viele Abkürzungen in einem Satz
Selbst einzeln sinnvolle Abkürzungen können überwältigend wirken, wenn mehrere zusammen auftreten. Betrachten Sie etwa einen Satz wie:
Die RCT verglich CBT, MBSR und TAU bei Erwachsenen mit GAD unter Verwendung der HAM-A und WHOQOL-BREF.
Eine Fachperson mag jeden Begriff verstehen, doch viele Leserinnen und Leser müssen den Satz zunächst entschlüsseln, bevor sie seine Bedeutung erfassen können. Wenn mehrere Abkürzungen gehäuft auftreten, sollten Sie erwägen, einen oder mehrere Begriffe auszuschreiben, den Satz umzuformulieren oder die Informationen auf zwei Sätze zu verteilen.
Das Ziel besteht niemals darin, den kürzestmöglichen Satz zu formulieren. Ziel ist es, Informationen effizient zu vermitteln. Ein paar zusätzliche Wörter sind sinnvoll, wenn sie verhindern, dass Lesende immer wieder auf frühere Seiten zurückblättern müssen, um Definitionen nachzuschlagen.
10. Seien Sie vorsichtig mit Abkürzungen in Titeln und Überschriften
Titel sollten normalerweise für das größtmögliche relevante Publikum verständlich sein; daher sollten nicht standardisierte Abkürzungen oft vermieden werden. Ein unbekanntes Akronym in einem Titel kann die Klarheit beeinträchtigen und sogar die Auffindbarkeit erschweren, da Lesende, die nach dem vollständigen Ausdruck suchen, die abgekürzte Form möglicherweise nicht sofort erkennen.
Einige sehr geläufige Begriffe wie DNA, HIV oder COVID-19 können auch ohne Definition akzeptabel sein, doch die endgültige Entscheidung sollte sich nach den Richtlinien der Zeitschrift richten. Wenn eine Abkürzung in einer Überschrift erscheint, stellen Sie sicher, dass sie im vorangehenden Text bereits definiert wurde, es sei denn, die abgekürzte Form ist in dem jeweiligen Fachgebiet allgemein anerkannt.
11. Gehen Sie sorgfältig mit lateinischen Abkürzungen um
Lateinische Abkürzungen wie e.g., i.e., etc. und cf. sind seit Langem ein fester Bestandteil wissenschaftlicher Texte und müssen normalerweise nicht definiert werden. Sie sollten jedoch korrekt und einheitlich verwendet werden.
In vielen Formen formaler wissenschaftlicher Prosa sind lateinische Abkürzungen in Klammerzusätzen oder ergänzenden Materialien am besten geeignet, darunter:
- Klammern;
- Fuß- und Endnoten;
- Tabellen;
- Listen;
- kurze Querverweise.
Im Fließtext sind die entsprechenden deutschen Ausdrücke oft klarer. Statt:
Mehrere Variablen, z. B. Alter und Bildungsniveau, beeinflussten das Ergebnis.
Sie könnten schreiben:
Mehrere Variablen, zum Beispiel Alter und Bildungsniveau, beeinflussten das Ergebnis.
Ebenso bedeutet i.e. das heißt, während e.g. zum Beispiel bedeutet. Die beiden Abkürzungen sind nicht austauschbar. Die Abkürzung etc. bedeutet und andere Dinge derselben Art und sollte nicht verwendet werden, wenn die Kategorie der ausgelassenen Elemente unklar ist. Vermeiden Sie Ausdrücke wie und etc., da das Wort und bereits in der Bedeutung von etc. enthalten ist.
12. Führen Sie keine Abkürzung ein, die Sie später nie wieder verwenden
Eines der am einfachsten zu erkennenden Abkürzungsprobleme beim Korrekturlesen ist eine Definition, auf deren erste spätere Verwendung nichts folgt. Zum Beispiel:
Die Studie untersuchte die wahrgenommene organisationale Resilienz (POR). Die organisationale Resilienz wurde gemessen anhand von ...
Wenn POR nie wieder auftaucht, erfüllt die Definition in Klammern keinen Zweck und sollte gestrichen werden. Die Einführung einer Abkürzung signalisiert den Lesenden, dass sie später wieder darauf stoßen werden. Wird diese Erwartung nicht erfüllt, wird die Definition zu unnötigem visuellen Ballast.
Eine nützliche abschließende Überarbeitungstechnik besteht darin, elektronisch nach jeder Abkürzung zu suchen. Wenn eine Abkürzung nur ein- oder zweimal vorkommt, sollten Sie erwägen, sie zu entfernen und stattdessen den vollständigen Ausdruck zu verwenden.
13. Vermeiden Sie es, allgemein anerkannte Abkürzungen unnötig zu definieren
Auch das umgekehrte Problem tritt auf: Autorinnen und Autoren definieren manchmal Abkürzungen, die ihre Zeitschrift als allgemein bekannt voraussetzt. In jedem biomedizinischen Artikel jedes Mal Desoxyribonukleinsäure (DNA) zu schreiben, kann unnötig sein, ebenso wie das Ausschreiben bestimmter anerkannter statistischer oder messtechnischer Begriffe Fachlesende ablenken kann.
Es gibt keine allgemeingültige Liste, die für jede Zeitschrift oder jedes Fachgebiet gilt; deshalb sind die Vorgaben der Zeitschrift wichtig. Eine kardiologische Zeitschrift kann deutlich mehr Fachwissen voraussetzen als eine interdisziplinäre Zeitschrift für öffentliche Gesundheit. Definieren Sie Begriffe im Hinblick auf die vorgesehene Leserschaft.
14. Unterscheiden Sie zwischen Akronymen, Buchstabenwörtern und verkürzten Formen
Obwohl alle häufig pauschal als Abkürzungen bezeichnet werden, verhalten sich verschiedene verkürzte Formen unterschiedlich. Ein Akronym wird normalerweise wie ein Wort ausgesprochen, etwa NASA oder NATO. Ein Buchstabenwort wird Buchstabe für Buchstabe ausgesprochen, etwa BBC, DNA oder RCT. Andere Abkürzungen verkürzen gewöhnliche Wörter, etwa Fig. für Figure oder approx. für approximately.
Diese Unterscheidungen sind wichtig, weil die Aussprache die Verwendung von Artikeln beeinflusst und der Hausstil die Zeichensetzung bestimmen kann. In modernen wissenschaftlichen Texten werden häufig Formen ohne Punkte wie USA, PhD und UK verwendet, während manche Stilrichtlinien Formen wie U.S. oder Ph.D. beibehalten. Keine der beiden Konventionen sollte innerhalb derselben Arbeit willkürlich mit der anderen vermischt werden.
15. Verwenden Sie Abkürzungen in Tabellen und Abbildungen mit Bedacht
Tabellen und Abbildungen erfordern häufig Abkürzungen, da der Platz begrenzt ist. Eine komprimierte Darstellung erhöht jedoch die Bedeutung klarer Definitionen. Jede Tabelle und jede Abbildung sollte idealerweise verständlich sein, ohne dass die Lesenden den Artikel durchsuchen müssen.
Definieren Sie nicht standardisierte Abkürzungen in:
- Fußnoten zu Tabellen;
- Bildunterschriften;
- Abbildungslegenden;
- Schlüssel oder Beschriftungen, sofern zutreffend.
Wenn eine Tabelle beispielsweise CI, SD, OR und RR verwendet, könnte eine Anmerkung lauten:
CI, Konfidenzintervall; OR, Chancenverhältnis; RR, relatives Risiko; SD, Standardabweichung.
Befolgen Sie die bevorzugte Reihenfolge und Zeichensetzung der Zeitschrift. Einige Verlage verlangen, dass Abkürzungen alphabetisch aufgeführt werden, während andere die Reihenfolge ihres Auftretens erwarten.
16. Achten Sie auf mehrdeutige Abkürzungen
Dieselbe Abkürzung kann mehrere Bedeutungen haben. MS kann beispielsweise je nach Kontext Multiple Sklerose, Massenspektrometrie, Manuskript, Microsoft oder einen Masterabschluss bezeichnen. Eine Abkürzung, die einem Autor offensichtlich erscheint, kann für Leser aus benachbarten Fachgebieten daher mehrdeutig sein.
Wenn Mehrdeutigkeit möglich ist, definieren Sie den Begriff klar und vermeiden Sie die Kurzform in Kontexten, in denen eine andere Auslegung plausibel ist. Wenn zwei wichtige Begriffe im selben Manuskript natürlicherweise dieselbe Abkürzung ergeben würden, ist es oft am besten, nur einen von ihnen abzukürzen.
17. Halten Sie Abkürzungen bei Überarbeitungen stabil
Abkürzungsprobleme treten bei Überarbeitungen häufig auf. Ein Begriff, der ursprünglich zwanzigmal verwendet wurde, kann nach der Bearbeitung nur noch viermal vorkommen, während die Abkürzung erhalten bleibt. Alternativ kann ein Gutachter einen neuen Abschnitt anfordern, der eine Abkürzung vor ihrer ursprünglichen Definition einführt.
Führen Sie nach größeren Überarbeitungen eine gezielte Abkürzungsprüfung durch. Vergewissern Sie sich, dass:
- jede Abkürzung bei ihrem tatsächlichen ersten Auftreten definiert wird;
- keine Abkürzung innerhalb desselben Abschnitts unnötigerweise zweimal definiert wird;
- durch gelöschte Definitionen keine unerklärten Abkürzungen zurückgeblieben sind;
- das Abstract und der Haupttext Begriffe, sofern erforderlich, unabhängig voneinander definieren;
- Tabellen und Abbildungen in sich abgeschlossen bleiben;
- alle Formen mit der gewählten Schreibweise und Groß- und Kleinschreibung übereinstimmen.
Diese gezielte Prüfung ist wesentlich zuverlässiger, als davon auszugehen, dass Inkonsistenzen bei den Abkürzungen während des gewöhnlichen Korrekturlesens auffallen werden.
18. Erwägen Sie, eine Abkürzungsliste zu erstellen
Lange Abschlussarbeiten, Dissertationen und hochtechnische Artikel können genügend spezialisierte Terminologie enthalten, um eine formale Abkürzungsliste zu rechtfertigen. Universitäten verlangen eine solche Liste bei Dissertationen manchmal auf den einleitenden Seiten, gewöhnlich nach dem Inhaltsverzeichnis oder den Verzeichnissen der Tabellen und Abbildungen.
Eine Abkürzungsliste ist nützlich, wenn:
- im gesamten Dokument viele spezialisierte Abkürzungen vorkommen;
- mehrere Kapitel sich überschneidende Fachterminologie verwenden;
- Leser die Kapitel wahrscheinlich unabhängig voneinander lesen;
- die Institution oder Zeitschrift dies ausdrücklich verlangt.
Eine formale Liste macht es jedoch nicht immer überflüssig, Abkürzungen bei ihrer ersten Erwähnung zu definieren. Leser sollten nicht wiederholt an den Anfang des Dokuments wechseln müssen, nur um gewöhnliche Prosa zu entschlüsseln.
19. Erstellen Sie ein kurzes Style-Sheet für Abkürzungen
Ein einfaches Style-Sheet kann Dutzende Inkonsistenzen in einem langen Manuskript verhindern. Notieren Sie die Abkürzung, ihre ausgeschriebene Form und besondere Hinweise. Zum Beispiel:
- ANOVA — Varianzanalyse;
- KI — Konfidenzintervall;
- DNA — standardmäßige Abkürzung; keine Definition, sofern die Zeitschrift dies erlaubt;
- Abb. — nur in Klammerverweisen verwenden, falls es der Hausstil erfordert;
- h — Stunde; SI-Symbol, ohne Plural s;
- WHO — Weltgesundheitsorganisation.
Bei Artikeln mit mehreren Autorinnen und Autoren sollten Sie das Styleguide an alle Mitwirkenden weitergeben. Das ist besonders hilfreich, wenn verschiedene Autorinnen und Autoren separate Abschnitte verfassen und sonst möglicherweise konkurrierende Abkürzungen für dasselbe Konzept einführen.
20. Häufige Fehler bei Abkürzungen, die vermieden werden sollten
Suchen Sie vor der Einreichung gezielt nach diesen häufigen Problemen:
- Abkürzungen für Begriffe einführen, die nur ein- oder zweimal verwendet werden;
- eine nicht standardisierte Abkürzung bei ihrer ersten Verwendung nicht definieren;
- annehmen, dass eine Definition im Abstract auch für den Haupttext gilt;
- verschiedene Abkürzungen für denselben Begriff verwenden;
- eine Abkürzung für zwei verschiedene Begriffe verwenden;
- Apostrophe an gewöhnliche Pluralformen von Abkürzungen anhängen;
- Pluralendungen hinzufügen s Endungen an SI-Symbole anhängen;
- lateinische Abkürzungen ungenau verwenden;
- ungeklärte Abkürzungen in Tabellen oder Abbildungslegenden verwenden;
- zwischen Formen mit und ohne Punkte wechseln;
- die Groß- und Kleinschreibung uneinheitlich ändern;
- einen Satz mit einer umständlichen Abkürzung beginnen, obwohl der vollständige Ausdruck besser lesbar wäre.
21. Eine praktische Checkliste vor der Einreichung
- Prüfen Sie die Richtlinien der Zeitschrift. Vergewissern Sie sich, welche Abkürzungen zulässig sind und wie sie dargestellt werden sollen.
- Suchen Sie nach jeder Abkürzung. Vergewissern Sie sich, dass jede sinnvoll ist und häufig genug erscheint, um eine Verkürzung zu rechtfertigen.
- Überprüfen Sie die ersten Definitionen. Stellen Sie sicher, dass nicht standardisierte Formen bei ihrem ersten relevanten Auftreten ausgeschrieben werden.
- Überprüfen Sie das Abstract separat. Definieren Sie Abkürzungen dort, falls erforderlich, unabhängig vom Haupttext.
- Überprüfen Sie Tabellen und Abbildungen. Definieren Sie alle nicht standardisierten Kurzformen in Bildunterschriften, Legenden oder Anmerkungen.
- Überprüfen Sie die Einheitlichkeit. Kontrollieren Sie Schreibweise, Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung, Pluralformen und Possessivformen.
- Überprüfen Sie die Einheiten. Stellen Sie sicher, dass SI-Symbole anerkannten Konventionen folgen und keine Pluralendungen erhalten.
- Überprüfen Sie lateinische Formen. Vergewissern Sie sich, dass e.g., i.e., etc. und verwandte Formen korrekt verwendet werden.
- Entfernen Sie unnötige Abkürzungen. Schreiben Sie Begriffe aus, die nur gelegentlich vorkommen.
- Lesen Sie schwierige Passagen laut vor. Wenn ein Satz wie Buchstabensuppe klingt, vereinfachen Sie ihn.
22. Schlussfolgerung: Klarheit kommt vor Kürze
Abkürzungen sind in akademischen und wissenschaftlichen Texten wertvolle Hilfsmittel, aber ihr Zweck besteht darin, die Kommunikation effizienter zu machen, nicht sie lediglich zu verkürzen. Eine gut gewählte Abkürzung vermeidet störende Wiederholungen und ermöglicht es den Lesenden, sich auf die Argumentation, die Methoden und die Ergebnisse zu konzentrieren. Eine unnötige oder unzureichend definierte Abkürzung stellt eine zusätzliche Gedächtnisbelastung dar und kann technisch anspruchsvolle Prosa noch schwerer verständlich machen.
Der sicherste Ansatz ist daher ein selektiver und systematischer. Befolgen Sie die Vorgaben der Zielzeitschrift, definieren Sie nicht standardisierte Abkürzungen eindeutig, verwenden Sie wissenschaftliche Standardformen korrekt und sorgen Sie im gesamten Manuskript für absolute Einheitlichkeit. Vermeiden Sie es, Kurzformen lediglich deshalb zu bilden, weil ein Ausdruck lang ist, und denken Sie daran, dass verschiedene Bestandteile eines Beitrags – etwa Abstract, Haupttext, Tabellen und Abbildungen – möglicherweise eigene Definitionen erfordern.
Betrachten Sie Abkürzungen vor allem aus der Perspektive der Leser. Wenn die Kurzform die Klarheit verbessert und häufig genug vorkommt, um vertraut zu werden, ist sie wahrscheinlich nützlich. Wenn Leser jedes Mal innehalten und sie entschlüsseln müssen, ist es fast sicher besser, den Begriff auszuschreiben. Der sorgfältige Einsatz von Abkürzungen ist zwar nur ein kleiner Aspekt der wissenschaftlichen Darstellung, trägt aber erheblich zu der Klarheit, Präzision und Professionalität bei, die von veröffentlichungsfähigen akademischen und wissenschaftlichen Texten erwartet werden.
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