Zusammenfassung
Ein Begleitbrief ist der erste Kontaktpunkt zwischen Ihnen und dem Herausgeber einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Obwohl es sich nur um ein kurzes Dokument handelt, prägt es den ersten Eindruck des Herausgebers von Ihrer Professionalität, der Klarheit Ihrer Kommunikation und der Qualität Ihrer Forschung. Viele Einreichungen enthalten starke Manuskripte, die durch schwache Begleitbriefe untergraben werden. Diese Zusammenfassung skizziert die häufigsten Fallstricke, die vermieden werden sollten – wie arrogant zu klingen, den eigenen Beitrag zu überschätzen, unnötige persönliche Biografien anzugeben, in einem unklaren oder fehlerhaften Stil zu schreiben oder einen Begleitbrief zu verfassen, der länger als eine Seite ist. Ein ausgefeilter, prägnanter und respektvoller Begleitbrief kann die Wahrscheinlichkeit erheblich erhöhen, dass Ihre Arbeit fair und begeistert berücksichtigt wird.
Der vollständige Artikel erläutert den Zweck eines Begleitbriefs, die Erwartungen von Akquisitionsredakteuren und die Fehler, die Gutachter häufig frustrieren. Es werden praktische Strategien angeboten, um den richtigen Ton zu treffen, wesentliche Informationen effizient zu präsentieren, ego-getriebene Behauptungen zu vermeiden, Ihre Arbeit hervorzuheben, ohne sie zu überverkaufen, und sicherzustellen, dass Ihr Schreiben präzise und professionell ist. Indem Autoren lernen, was sie nicht tun sollten – und durch die Annahme durchdachter, disziplinierter Schreibgewohnheiten – können sie ihre Begleitbriefe in kraftvolle Werkzeuge verwandeln, die ihre Einreichungen unterstützen, anstatt sie zu schwächen.
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Was Sie in Ihrem Begleitbrief an eine wissenschaftliche Zeitschrift vermeiden sollten
Die Einreichung eines Manuskripts bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift kann eine aufregende, aber auch nervenaufreibende Erfahrung sein. Während dem Manuskript selbst naturgemäß große Aufmerksamkeit gewidmet wird – um genaue Zitate, ausgefeilte Argumentation und die Einhaltung von Formatierungsrichtlinien sicherzustellen – unterschätzen viele Autoren die Bedeutung des begleitenden Begleitbriefs. Dieses kurze Schreiben dient als erste Vorstellung bei dem Herausgeber und Ihrer Forschung. Es setzt den Ton für die Einreichung, signalisiert Ihre Professionalität und gibt Ihrer Arbeit den ersten Kontext.
Ein gut geschriebener Begleitbrief kann einen Herausgeber dazu ermutigen, Ihr Manuskript mit Interesse und Wohlwollen zu betrachten. Ein schlecht geschriebener kann den gegenteiligen Effekt haben und das Vertrauen untergraben, noch bevor das Manuskript selbst überhaupt [open] wird. Leider werden viele gute Einsendungen durch Begleitbriefe geschwächt, die unnötige Informationen, unangemessenen Ton, stilistische Probleme oder unzureichende Klarheit enthalten.
Dieser Artikel untersucht häufige Fehler, die Autoren beim Verfassen eines Anschreibens für eine wissenschaftliche Zeitschrift vermeiden sollten. Wenn Sie diese Fallstricke verstehen und die hier angebotenen praktischen Hinweise befolgen, können Sie Ihre Chancen erheblich verbessern, einen positiven Eindruck zu hinterlassen und einen reibungslosen Ablauf der redaktionellen Prüfung zu sichern.
1. Vermeiden Sie es, Ihren Forschungsbeitrag zu übertreiben
Es ist sowohl natürlich als auch notwendig, den Wert, die Originalität und Relevanz Ihrer Forschung in Ihrem Anschreiben zu betonen. Redakteure möchten wissen, warum Ihr Manuskript wichtig ist, warum es für ihre Zeitschrift geeignet ist und wie es zur bestehenden Forschung beiträgt. Ein häufiger Fehler ist jedoch, die Bedeutung des Manuskripts zu übertreiben oder in einem Ton zu schreiben, der arrogant oder selbstgefällig wirkt.
Übertriebene Behauptungen wie „Diese Studie revolutioniert unser Verständnis von…“, „Meine Forschung beweist endgültig…“ oder „Dies ist die umfassendste Analyse, die je durchgeführt wurde…“ können Redakteure verärgern, die routinemäßig Hunderte von Einreichungen bewerten. Wissenschaftliches Schreiben verlangt Bescheidenheit, Präzision und evidenzbasierte Zuversicht. Das Anschreiben sollte diese Werte widerspiegeln.
Stellen Sie stattdessen die Bedeutung Ihrer Arbeit realistisch dar:
- Erklären Sie die Forschungslücke, die Ihr Manuskript adressiert.
- Beschreiben Sie konkret, wie Ihre Studie zum Fachgebiet beiträgt.
- Heben Sie methodische Stärken oder innovative Ergebnisse ohne Übertreibung hervor.
Wenn es Ihnen schwerfällt, den Ton objektiv zu beurteilen, bitten Sie eine vertrauenswürdige Kollegin oder einen vertrauenswürdigen Kollegen – idealerweise jemanden, der mit der Zielzeitschrift vertraut ist – Ihr Anschreiben zu überprüfen. Deren Einsichten helfen Ihnen, das Gleichgewicht zwischen Selbstbewusstsein und Bescheidenheit zu finden.
2. Vermeiden Sie es, eine unnötige Biografie einzufügen
Ein weiterer häufiger Fehler ist, das Anschreiben in eine persönliche Biografie zu verwandeln. Viele Autoren fühlen sich verpflichtet, ihren gesamten akademischen Werdegang zu beschreiben, detaillierte Karrierezeitpläne zu liefern, nicht verwandte Projekte zusammenzufassen oder jede frühere Veröffentlichung aufzulisten. Sofern die Zeitschrift nicht ausdrücklich eine ausführliche Biografie verlangt, kann dies vom Hauptziel des Schreibens ablenken.
Redakteure sind daran interessiert, das manuscript zu bewerten, nicht die Lebensgeschichte des Autors. Eine kurze Erwähnung relevanter Qualifikationen, institutioneller Zugehörigkeit oder kontextueller Details – wie etwa dass das Manuskript aus einem größeren geförderten Projekt stammt – ist völlig akzeptabel. Ebenso kann eine kurze Erinnerung hilfreich sein, wenn Ihre Arbeit auf früheren Forschungen basiert, die in derselben Zeitschrift veröffentlicht wurden.
Vermeiden Sie jedoch ausführliche Beschreibungen der beruflichen Laufbahn oder des persönlichen Hintergrunds. Übermäßige Details verringern die Klarheit und Wirkung Ihrer Botschaft und können den Eindruck erwecken, dass Sie unsicher sind, was am relevantesten ist. Lassen Sie Ihr Manuskript Ihre Expertise zeigen; Ihr Anschreiben sollte fokussiert, prägnant und manuskriptzentriert bleiben.
3. Vermeiden Sie schlechtes Schreiben, Unklarheiten oder nachlässige Fehler
Viele Herausgeber betrachten das Anschreiben als Vorschau auf die Schreibqualität, die sie im Manuskript erwarten. Wenn das Anschreiben grammatikalische Fehler, unbeholfene Formulierungen, unklare Sätze oder inkonsistente Formatierung enthält, kann der Herausgeber annehmen, dass ähnliche Probleme in der gesamten Einreichung vorliegen. Dies kann Ihre Glaubwürdigkeit schwächen und das Vertrauen in Ihre wissenschaftliche Arbeit untergraben.
In extremen Fällen können Herausgeber entscheiden, ein Manuskript nicht zur Begutachtung weiterzuleiten, wenn das Anschreiben darauf hindeutet, dass der Text wahrscheinlich umfangreiche redaktionelle Unterstützung benötigt. Ein starkes Anschreiben muss daher:
- Klar: Drücken Sie Ihren Zweck ohne Mehrdeutigkeit aus.
- Prägnant: Verwenden Sie eine klare, professionelle Sprache.
- Korrekt: Stellen Sie sicher, dass Grammatik, Zeichensetzung und Rechtschreibung fehlerfrei sind.
- Konsistent: Verwenden Sie durchgehend einen einheitlichen Formatierungsstil.
Wenn Englisch nicht Ihre Muttersprache ist – oder wenn Sie sich einfach unsicher bezüglich Ihres Schreibstils fühlen – kann es ratsam sein, einen professionellen Korrektor zu engagieren. Ein sorgfältig ausgearbeitetes Anschreiben erhöht Ihre Glaubwürdigkeit und spiegelt die Ernsthaftigkeit Ihrer Einreichung wider.
4. Vermeiden Sie, das Anschreiben zu lang zu machen
Herausgeber sind außerordentlich beschäftigt. Sie bearbeiten wöchentlich Dutzende von Einreichungen, koordinieren mit Gutachtern, verwalten Überarbeitungszyklen und prüfen Korrekturfahnen. Ein langes oder unkonzentriertes Anschreiben kann sie frustrieren, besonders wenn es unnötige Informationen enthält oder Details wiederholt, die bereits im Manuskript stehen.
Eine allgemeine Regel besagt, dass ein Anschreiben eine einzige gedruckte Seite nicht überschreiten sollte. Diese Seite sollte enthalten:
- eine kurze Angabe des Titels und Typs Ihres Manuskripts,
- eine prägnante Zusammenfassung seines Zwecks und Beitrags,
- eine kurze Erklärung, warum es zum Umfang der Zeitschrift passt,
- alle wesentlichen Erklärungen (z. B. Originalität, Interessenkonflikte),
- ein höflicher Abschluss, der Dank für die Berücksichtigung ausdrückt.
Ausführliche Erklärungen, methodische Details, Literaturzusammenfassungen oder erschöpfende Darstellungen Ihrer Ergebnisse gehören ins Manuskript – nicht ins Anschreiben. Herausgeber schätzen Kürze, Klarheit und Respekt für ihre Zeit.
5. Vermeiden Sie irrelevante Inhalte oder themenfremde Diskussionen
Manche Autoren missbrauchen Anschreiben, indem sie persönliche Meinungen, Kritik an konkurrierenden Wissenschaftlern, Beschwerden über redaktionelle Abläufe oder nicht verwandte Themen wie Lehrverpflichtungen oder persönliche Schwierigkeiten einfügen. Diese Themen gehören nicht in ein Anschreiben und können die Wahrnehmung Ihrer Professionalität durch den Herausgeber beeinträchtigen.
Bewahren Sie einen wissenschaftlichen und fokussierten Ton. Das Anschreiben ist nicht:
- ein Platz, um zu rechtfertigen, warum frühere Einreichungen abgelehnt wurden,
- ein Ort, um sich über Gutachter andererorts zu beschweren,
- ein Raum, um nicht verwandte Karriereziele darzulegen,
- eine Plattform zur Kritik an den bestehenden Veröffentlichungen der Zeitschrift.
Bewahren Sie einen höflichen, direkten und manuskriptorientierten Ansatz.
6. Vermeiden Sie das Vernachlässigen der Zeitschriftenrichtlinien
Viele Zeitschriften geben explizite Anweisungen für Anschreiben – oft in ihren „Instructions for Authors“ oder der Einreichungs-Checkliste enthalten. Das Ignorieren dieser Anweisungen kann Nachlässigkeit signalisieren und Verzögerungen verursachen.
Häufige Anforderungen umfassen:
- eine formelle Erklärung, dass das Manuskript original ist,
- Bestätigung, dass das Manuskript nicht anderweitig zur Begutachtung vorliegt,
- Offenlegung von Finanzierungen oder Interessenkonflikten,
- Angabe potenzieller Gutachter,
- Erläuterungen zur ethischen Genehmigung bei Einbeziehung von menschlichen oder tierischen Probanden.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Anschreiben alle erforderlichen Punkte prägnant anspricht. Das Befolgen der Anweisungen zeigt Professionalität und Respekt gegenüber den redaktionellen Abläufen.
7. Vermeiden Sie Übervertraulichkeit oder unprofessionellen Ton
Obwohl das akademische Publizieren kollegial ist, bleibt ein Anschreiben ein formelles Dokument. Vermeiden Sie umgangssprachliche Ausdrücke, Humor, Schmeichelei oder zu emotionale Formulierungen. Während Höflichkeit und Herzlichkeit angemessen sind, kann Informalität – wie das Ansprechen des Herausgebers mit dem Vornamen ohne Erlaubnis – als anmaßend erscheinen.
Halten Sie stattdessen einen respektvollen und professionellen Ton bei. Sprechen Sie den Herausgeber formell an (z. B. „Sehr geehrter Herr Dr. Smith“ oder „Sehr geehrte/r Chefredakteur/in“), drücken Sie kurz Ihre Wertschätzung aus und schließen Sie höflich ab. Professionalität schafft Vertrauen und signalisiert, dass Sie die Normen der wissenschaftlichen Kommunikation verstehen.
Fazit: Ein klares, prägnantes und respektvolles Schreiben stärkt Ihre Einreichung
Ein Anschreiben ist weit mehr als eine Formalität. Es stellt Ihre erste Gelegenheit dar, mit dem Herausgeber zu kommunizieren und die Einreichung so zu präsentieren, dass eine faire Begutachtung gefördert wird. Indem Sie häufige Fehler vermeiden – Übertreibungen, übermäßige Biografie, Schreibfehler, unnötige Länge, irrelevante Inhalte und unprofessionellen Ton – erhöhen Sie deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Manuskript sorgfältige und positive Beachtung findet.
Ein überzeugendes Anschreiben ist kurz, fokussiert, höflich und sorgfältig verfasst. Es hebt den Wert des Manuskripts ohne Übertreibung hervor, erklärt dessen Relevanz für die Mission der Zeitschrift und zeigt Ihre Professionalität. Mit diesen Grundsätzen im Hinterkopf kann Ihr Anschreiben eine kraftvolle Ergänzung zu Ihrer Einreichung sein – eine, die Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Veröffentlichung erhöht.