Zusammenfassung
Es gibt keine einzelne Zahl, die für jede Zeitschrift als "guter" Impact Factor gilt. Der Journal Impact Factor (JIF) ist die durchschnittliche Anzahl der Zitationen in einem bestimmten Jahr für zitierfähige Artikel einer Zeitschrift aus den vorangegangenen zwei Jahren. Da die Zitierpraktiken je nach Fachgebiet variieren, kann ein JIF von 4 in einigen Disziplinen herausragend, in anderen üblich und in wenigen unerreichbar sein. Die richtige Art, "gut" zu beurteilen, ist relativ: Vergleichen Sie eine Zeitschrift mit anderen in derselben JCR-Fachkategorie unter Verwendung von Perzentilen, Quartilen (Q1–Q4) und Rang und berücksichtigen Sie die Artikelzusammensetzung der Zeitschrift (Forschungsartikel vs. Übersichtsartikel), die Größe des Fachgebiets und die Unmittelbarkeit der Zitationen.
Wie man JIF gut nutzt: Lernen Sie die Berechnung, prüfen Sie den 5-Jahres-JIF für langsamer zitierende Felder und bevorzugen Sie das Kategorie-Perzentil gegenüber dem rohen JIF. Triangulieren Sie mit anderen Indikatoren (CiteScore, SJR, SNIP, Article Influence, Eigenfactor) und lesen Sie aktuelle Artikel, um Passung, Strenge und Zielgruppe zu beurteilen. Vermeiden Sie häufige Fehler: Feld-übergreifende Vergleiche, Gleichsetzung von Zeitschriftenmetriken mit Artikel- oder Autorenqualität und das Verfolgen des JIF auf Kosten von Umfang und Sichtbarkeit.
Fazit: Ein „guter" Impact Factor ist einer, der die Zeitschrift stark innerhalb ihrer Kategorie positioniert (z. B. Q1 oder ≥75. Perzentil), zu Ihrer Leserschaft passt und Ihre Ziele für Auffindbarkeit und Glaubwürdigkeit unterstützt. Betrachten Sie den JIF als ein Beweisstück—nützlich für die Auswahl des Publikationsortes, nicht als Maß für den Forschungswert.
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Was ist ein guter Impact Factor einer Zeitschrift?
Fragen Sie fünf Forschende, erhalten Sie möglicherweise fünf verschiedene Zahlen. Das liegt daran, dass „gut" von Feldnormen, Artikeltypen und der Zielgruppe abhängt. Dieser Leitfaden erklärt, wie der Journal Impact Factor (JIF) berechnet wird, warum Feld-übergreifende Vergleiche irreführen, und wie man Zeitschriften innerhalb ihrer eigenen Kategorien mit Perzentilen, Quartilen und Rängen beurteilt. Sie finden auch einen praktischen Workflow zum Erkunden von Kategorien, Interpretieren verwandter Metriken und zur Auswahl eines Publikationsortes, der Ihre Forschungsziele fördert.
1) JIF in einem Absatz: die Formel und ihre Bedeutung
Der Journal Impact Factor ist ein Zwei-Jahres-Durchschnitt. Für das Jahr Y zählt der JIF alle Zitationen, die im Jahr Y auf die „zitierfähigen Artikel" (typischerweise Forschungsartikel und Übersichtsarbeiten) eines Journals aus Y-1 und Y-2 erfolgen, und teilt diese durch die Anzahl dieser zitierfähigen Artikel.
400 ÷ 100 = 4,0. Der durchschnittliche Artikel erhielt im Jahr 2024 vier Zitationen. (Tatsächliche Zitationsverteilungen sind verzerrt: Eine Handvoll Artikel und Übersichtsarbeiten generiert oft die meisten Zitationen.)Clarivates Journal Citation Reports (JCR) veröffentlicht JIFs und verwandte Indikatoren und gruppiert Zeitschriften in Fachkategorien. Diese Kategorien sind Ihre Vergleichsgruppe.
2) Warum „gut" nach Kategorie definiert werden muss, nicht durch eine einzelne Zahl
- Unterschiedliche Zitiergeschwindigkeiten: Biomedizin und einige Naturwissenschaften zitieren schnell; Mathematik, Geisteswissenschaften und viele Sozialwissenschaften zitieren langsamer (und zitieren stark Bücher).
- Unterschiedliche Artikelmischungen: Zeitschriften, die Übersichtsartikel veröffentlichen, erzielen typischerweise höhere JIFs als solche, die hauptsächlich Originalforschung publizieren.
- Unterschiedliche Feldgrößen: Große, schnelllebige Fachgebiete erzeugen mehr Gesamtzitationen als kleinere, spezialisierte.
3) Arbeit mit JCR: eine kurze Tour durch nützliche Vergleiche
Innerhalb des JCR erscheint jede Zeitschrift in einer oder mehreren Fachkategorien (z. B. „Engineering, Biomedical“; „Literary Theory & Criticism“). Um eine Zeitschrift zu bewerten:
- Öffne das Kategorienprofil. Prüfe die Verteilung der JIFs, die Anzahl der Zeitschriften und den Median-JIF.
- Prüfe den Rang und das Perzentil der Zeitschrift. Ein „guter“ Rang liegt typischerweise bei ≥75. Perzentil (oberes Quartil, Q1). Das mittlere Feld (Q2) kann für Nischenbereiche stark sein.
- Vergleiche Gleiches mit Gleichem. Sieh dir die Top 10–15 Zeitschriften an, um Artikeltypen, Umfang und Leserschaft zu prüfen.
4) Der Zwei-Jahres-JIF vs. der Fünf-Jahres-JIF
Der Standard-JIF betont kurzfristige Zitationswirkung. Der 5-Year JIF mittelt Zitationen über fünf Jahre und spiegelt langsamer zitierende Disziplinen und Langzeitforschung besser wider. Bei der Auswahl von Zeitschriften in Fachgebieten mit längeren Zitationshalbwertszeiten (Wirtschaft, Mathematik, Geisteswissenschaften, Teile der Sozialwissenschaften) kann der 5-Year JIF der aussagekräftigere Vergleich sein.
5) JIFs enge Begleiter: ergänzende Metriken, die du kennen solltest
- Article Influence Score & Eigenfactor: gewichten Zitate nach dem Einfluss und der Netzwerkposition der zitierenden Zeitschrift.
- CiteScore (Scopus): Vier-Jahres-Fenster; breitere Quellenabdeckung; nützlicher Gegencheck.
- SJR & SNIP: SJR gewichtet nach Prestige; SNIP normalisiert nach dem Zitationspotenzial des Fachgebiets – hilfreich für den Vergleich zwischen Fachgebieten.
- H5-Index (Google Scholar): Zitate der größten Artikelsammlung der letzten fünf Jahre; in manchen Fachgebieten nützlich, aber weniger kuratiert.
Nutze diese als Triangulation, nicht als Ersatz. Wenn alle Indikatoren auf eine starke Kategoriebewertung hinweisen, siehst du ein robustes Signal.
6) Was zählt typischerweise als „gut“ innerhalb einer Kategorie?
- Q1 (Top 25%) gilt allgemein als „stark“ oder „gut“ und ist oft das Ziel für Förderungs-CVs und Beförderungen.
- Q2 kann ausgezeichnet für spezialisierte oder interdisziplinäre Themen sein, bei denen die Zielgruppenpassung wichtiger ist als der absolute Rang.
- Q3–Q4-Zeitschriften können ideal für hochspezialisierte Gemeinschaften, regionale Themen oder schnelle Kommunikation sein – bewerte nach Passung und Sichtbarkeit.
7) Faktoren, die den JIF erhöhen oder senken (und wie man sie liest)
- Review-Anteil: mehr Reviews → höhere durchschnittliche Zitationen. Prüfen Sie die Artikelmischung des Journals.
- Publikationsvolumen: sehr hohe Volumina können den JIF verwässern oder bei starker Kuratierung erhalten; interpretieren Sie dies zusammen mit Annahmeraten und redaktionellen Richtlinien.
- Zitationsunmittelbarkeit: Fachgebiete mit schnellen Zyklen (Virologie, KI) erhöhen Zwei-Jahres-Zahlen; langsamere Fachgebiete profitieren vom 5-Jahres-JIF.
- Kategoriezuteilung: Journale, die in mehreren Kategorien gelistet sind, können in einer stärker wirken als in einer anderen – prüfen Sie immer jede Kategorie.
8) Verwendung des JIF zur Auswahl eines Journals: ein praktischer, forschungsorientierter Workflow
- Beginnen Sie mit dem Publikum. Wer muss dieses Papier lesen und zitieren? In welchen Journalen erscheinen Ihre wichtigsten Zitate?
- Sammeln Sie Kandidaten. 6–10 Journale, die kürzlich ähnliche Arbeiten veröffentlicht haben; beachten Sie Umfang, Wortbegrenzungen, Datenrichtlinien und Gebühren.
- Prüfen Sie die Kategorierangliste. Notieren Sie die JCR-Kategorie, das Quartil, das Perzentil und den 5-Jahres-JIF jedes Journals.
- Lesen Sie aktuelle Artikel. Passung schlägt rohe Metrik – Ton, Methoden und Leserschaft sind wichtig.
- Triangulieren. Vergleichen Sie JIF mit CiteScore/SJR/SNIP; bevorzugen Sie konsistente Stärke innerhalb der Kategorie.
- Entscheiden. Wählen Sie die beste Übereinstimmung aus Publikum + Kategorierang + praktikablen Zeitplänen.
9) Wie man die Zahlen interpretiert, die Sie sehen werden (mit Mini-Szenarien)
| Szenario | Interpretation | Aktion |
|---|---|---|
| Journal A: JIF 4,2, 88. Perzentil (Q1) in "Umweltstudien" | Starke relative Position im Fachgebiet | Gutes Ziel, wenn der Umfang passt; prüfen Sie den 5-Jahres-JIF auf Stabilität |
| Journal B: JIF 5,8, 42. Perzentil (Q2) in "Onkologie" | Mittelfeld in einer Kategorie mit sehr hoher Wirkung | Immer noch glaubwürdig; priorisieren Sie, wenn Publikum und Bearbeitungszeit Ihren Bedürfnissen entsprechen |
| Zeitschrift C: JIF 2,1, 91. Perzentil (Q1) in „History“ | Ausgezeichnet für die Normen der Disziplin | Unterschätzen Sie den „niedrigeren“ absoluten JIF nicht – der relative Rang ist entscheidend |
10) Häufige Mythen und bessere Gewohnheiten
-
Mythos: „Ein guter JIF ist alles über 5.“
Realität: Es kommt auf die Kategorie an; 2–3 kann in einigen Fachgebieten elitär sein. -
Mythos: „Der JIF sagt die Qualität eines Artikels voraus.“
Realität: Der JIF ist ein Durchschnitt auf Zeitschriftenebene; bewerten Sie Artikel nach ihren eigenen Verdiensten. -
Mythos: „Fächerübergreifende JIF-Vergleiche sind fair.“
Realität: Vergleichen Sie nur innerhalb derselben JCR-Kategorie. -
Mythos: „Ein höherer JIF ist immer besser für meine Karriere.“
Realität: Publikum, Indexierung, Offenheit und Geschwindigkeit können für Zitationen und Impact wichtiger sein.
11) Ethischer und politischer Kontext
Viele Institutionen und Förderer warnen davor, den JIF zur Bewertung einzelner Forschender zu verwenden (siehe Initiativen wie DORA und Leiden Manifesto). Behandeln Sie den JIF als Indikator für das Publikationsorgan, nicht als Maßstab für Personen oder einzelne Artikel. Kombinieren Sie bei der Kommunikation von Impact Metriken des Publikationsorgans mit artikelbezogenen Nachweisen: Zitationen, Downloads, offene Daten/Code und reale Anwendung.
12) Kurzanleitung: Zeitschriften in einer Kategorie finden und vergleichen
- Identifizieren Sie die JCR-Kategorie(n) Ihres Themas. Einige Zeitschriften erscheinen in mehreren Kategorien.
- Öffnen Sie die Kategorienliste und sortieren Sie nach JIF, 5-Jahres-JIF oder Perzentil.
- Erstellen Sie eine Shortlist von Zeitschriften in Q1–Q2, deren aktuelle Inhaltsverzeichnisse zu den Methoden und dem Publikum Ihres Papers passen.
- Überprüfen Sie Richtlinien: Wortgrenzen, Datenverfügbarkeit, Gebühren, Haltung zu Preprints und Peer-Review-Modell.
13) Wann eine Zeitschrift mit niedrigerem JIF die bessere Wahl sein könnte
- Passung des Umfangs: Nischenzeitschriften richten sich an die Leser, die Ihr spezifisches Thema am wahrscheinlichsten zitieren.
- Geschwindigkeit und Transparenz: klare Zeitpläne, offene Peer-Review und unterstützende redaktionelle Praktiken.
- Open access Sichtbarkeit: weit verbreitet in Ihrer Community; Mandate oder Fördereranforderungen.
- Sonderausgaben: kuratierte Aufmerksamkeit mit hochrelevanter Leserschaft.
14) Eine kurze FAQ
Q: Verzerren Review-Artikel den JIF unfair?
A: Reviews erhalten typischerweise mehr Zitationen, was den Durchschnitt erhöht. Prüfen Sie den Artikelmix der Zeitschrift und verwenden Sie Kategorienperzentile für einen fairen Vergleich.
Q: Mein Fachgebiet zitiert Bücher stark – unterschätzt der JIF den Impact?
A: In buchzentrierten Fachgebieten kann der JIF weniger repräsentativ sein. Berücksichtigen Sie den 5-Jahres-JIF, buchfreundliche Publikationsorte und ergänzende Indikatoren (z. B. SNIP) sowie qualitative Reichweite.
Q: Was ist ein sicheres Ziel?
A: Streben Sie wenn möglich Q1 in Ihrer Kategorie an; Q2 mit exzellentem Fit ist oft klüger als ein gestrecktes Q1 mit schlechtem Umfang.
15) Checkliste für Entscheidungen (kopieren/einfügen)
- Zielgruppenübereinstimmung (aktuelle ähnliche Artikel, Leserschaft, Indexierung).
- Kategorienplatzierung (Quartil/Perzentil/Rang) und 5-Jahres-JIF.
- Artikelmix (Reviews vs. Forschung) und Annahmerichtlinien.
- Entscheidungs-/Publikationszeit; OA-Optionen und Kosten.
- Ethik-/Datenrichtlinien (passen Sie sie an Ihre Studie an).
Fazit: Definieren Sie „gut" danach, wo Ihre Arbeit hingehört
Ein „guter Impact Factor" ist eine Zahl, die eine Zeitschrift innerhalb ihrer eigenen Kategorie stark positioniert und vor die Leser stellt, die Ihre Arbeit nutzen und zitieren werden. Verwenden Sie den JIF als relativen Indikator (Quartile und Perzentile), bestätigen Sie ihn mit dem 5-Jahres-JIF und ergänzenden Metriken und priorisieren Sie Umfang, Zielgruppe und redaktionelle Qualität. Wählen Sie Zeitschriften, die sowohl Glaubwürdigkeit als auch Relevanz maximieren, und Ihre Forschung wird weiter verbreitet – unabhängig von einer einzelnen Zahl.